Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958805
Die 
Marienkirche 
in 
Lübeck. 
601 
nahrne durchweg in Hallenform errichtet, meist in geräu- 
migen Dimensionen, aber in sehr schlichter Form, Welche 
die Unterscheidung älterer Theile und späterer Zusätze er- 
Schwert. Mehrere derselben, ilamentlich die Klosterkirchen 
von Ebsdorf und Lüne und vielleicht selbst die jetzt fünf- 
schiflige Johanniskirche in Lüneburg 7 mögen noch Theile 
aus dem dreizehnten Jahrhundert enthalten. 
VVeiter östlich, jenseits der Elbe, hört die Herrschaft 
der Hallenkirche wieder auf; wir finden vielmehr eine Reihe 
von Backsteinkircheil mit niedrigen Seitenschiffen und im 
Style der französischen Gothik, aber nun nicht mehr in 
der verkümmerten Weise wie in Holland, sondern in rei- 
cher und glänzender Gestalt, wenn auch mit manchen durch 
das Material bedingten Eigenthümlichkeitcn. Der älteste 
Bau und das Vorbild dieser Gruppe ist die Pfarrkirche zu 
St. Marien in Lübeck. Diese Stadt, seit Heinrich des 
Löwen Zeiten eine Ansiedelung deutscher Kaufleute im 
wendischen Lande, war durch die Gunst der Umstände 
und den Unternehmungsgeist ihrer Bewohner rasch zu dem 
Bange eines bedeutenden Handelsplatzes gestiegen. Im 
Jahre 1226 als freie, nur dem Kaiser unterworfene Reichs- 
Stadt anerkannt, siegreich gegen ihre Nachbarn, mit ihren 
Schiffen die Meere bedeckend, spielte sie in der Ostsee 
Ungefähr dieselbe Rolle, wie zweihundert Jahre vorher 
Amalii, Pisa, Genua im mittelländischen Meere. Nur mit 
dem günstigen Unterschiede, dass, während diese italieni- 
schen Städte ihre Kräfte in Kämpfen miteinander vergeu- 
deten, unsere deutsche Kolonie sich durch Bündnisse mit 
anderen Städten Zverstärkte, aus denen bald die mächtige 
Hansa, deren Haupt sie wurde, hervor-ging. Wie dort 
Wurde auch hier der Reichthum und das Selbstgefühl der
        

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