Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958781
Der 
Ziegelbau. 
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auch bei der Zertrümlnerung der Glasgemälde zugleich in 
vielen Fällen das Maasswerk der Fenster geopfert hat, und 
dass mir endlich die Martinskirche zu Bommel unbekannt 
geblieben ist, Welche, 1303 vollendet, dem dreizehnten 
Jahrhundert angehört, und die von holländischen Schrift- 
stellern als ein ausgezeichnetes Werk gepriesen wird  
Allein schon der völlige Mangel aller Forschungen einhei- 
mischer Gelehrten spricht dafür, dass ihr mittelalterlicher 
Kirchenbau überaus Wenig Interesse haben muss, und die 
Werke des vierzehnten Jahrhunderts, die sonst überall die 
des vorhergegangenen an Reichthum und Schmuck über- 
treffen, berechtigen uns zu dem Schlüsse, dass schon die- 
ses dieselbe Richtung eingeschlagen habe. 
In den östlich von Holland gelegenen Landschaften 
finden wir ein anderes System, das der Hallenkirchen, 
Welches ohne Zweifel von Westphalen hieher gelangt War. 
Schon auf dem linken Ufer der Weser, im Oldenburgi- 
sehen, hat die Kirche des Fleckens Berne, mit eckig ge- 
bildeten Pfeilern, romanischen Blattkapitäleil, kleinen rund- 
bogigen Fenstern und flachzugespitzten Scheidbögen, also 
Wahrscheinlich um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts 
entstanden, drei gleichhohe, spitzbogig überwölbte Schiffe, 
Obgleich die nicht Weit entfernte schöne Cistercienserkirche 
von Hude kurz vorher (bald nach 1234) noch die alte 
1') Kijst, De kerkelijke Architectuur en de Deodendansen, Ley- 
den 1844, S. 31. Die Kirche St. Jnhann in Herzogenbusch, über 
Welche historische Untersuchungen im Organ für christliche Kunst 185-1, 
NFO- 3 ff. mitgetheilt sind, scheint zwar noch Ueberreste aus der Bau- 
Pßriode von 1280  1312 zu enthalten, ist aber jedenfalls durch den 
nach dem Brande von 1419 begonnenen und später fortgesetzten Bau 
S0 umgestaltet, dass man über den architektonischen Werth jenes frü- 
hßren Gebäudes nicht urtheilen kann. Sie gilt als die schönste Kirche 
Hollands im reichen spätgothischen Stylr.
        

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