Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958569
Die 
Aegidienkirche 
Zll 
Braunschweig. 
577 
"ebenen, auf Consolen ruhenden Bögen. Das Langhaus, 
wahrscheinlich erst im vierzehnten Jahrhundert hinzuge- 
fügt St), hat Hallenform, schliesst sich aber in allen Details 
dem Chore an, nur überall mit Veränderungen im Geiste 
"der Gothik des vierzehnten Jahrhunderts. Der Sockel ist 
polygonförmig gestaltet, Während er dort rund ist, die an- 
liegenden Dienste sind durch feinere Glieder mehr mit dem 
"runden Kerne verschmolzen, das ltlaasswerk der Fenster 
ist scharf kantig und durch Nasenwerk und eingelegte Pässe 
verziert. Sehr auffallend ist die Nachlässigkeit, mit der 
man bei der Ausführung des Grundplanes verfahren, überall 
linden sich Abweichungen von den Maassen oder von der 
Fluchtlinie  Dessen ungeachtet machen die schönen, 
luftigen Verhältnisse, die schlanken Formen, die zierlichen 
Details einen überaus günstigen heiteren Eindruck. Wir 
sehen daher hier den gothischen Styl, wenn auch mit Bei- 
behaltrmg einiger beliebten romanischen Details, wie des 
Bogenfrieses und der Thiersculpturen, mit grosser Sicl1er- 
heit, ja selbst schon fast mit übermüthiger Sorglosigkeit 
angewendet.  
In Franken können wir nur wenige Beispiele früh- 
gothischeil Styles nennen. Dem Bamberger Dome wurde 
um 1274 der westliche Chor nebst dem QuerschiHe und 
den beiden 'l'hürmen angebaut. Der Spitzbogen ist hier 
consequent durchgeführt, die Gewölbdienste haben schon 
gothische Gliederung; aber die Consolen, auf welchen sie 
zum Theil ruhen, die Kapitäle an dem nördlichen Seiten- 
ß) An der letzten Säule nach Westen ist sogar die Jahreszahl 
1434 eingehauexr, welche indessen vielleicht auf eine Reparatur hindeutet. 
H) Wie der bei Schiller a. a. O. mitgetheilte Grundriss ergiebt. 
Die Fundamente sind nur einige Fuss tief und scheinen immer erst 
allmälig beim Fortschreiten des Baues gelegt zu sein, was denn jene 
Unregelmässigkeit erklärbar macht. 
V. 37
        

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