Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958430
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Gothischer 
Styl 
in 
Deutschland. 
der Erzbischof", dass der Bau stocke, die Seitenwände nicht 
höher hinaufgeführt, die Kapitäle nicht aufgesetzt, die Bö- 
gen nicht gewölbt würden. Ohne Zweifel bezog sich diese 
Klage auf das Langhaus, dessen Mauern bis zur Fenster- 
höhe von derselben Dicke wie die der Chorkapellen, dessen 
Pfeiler viereckigen Kernes und mit kräftigen Halbsäulen 
unter den Scheidbögen versehen sind und in so weiten 
Entfernungen stehen, dass man bei der späteren Ueber- 
Wölbung über jeder Abtheilung zwei schmale Kreuzgewölbe 
anbringen musste. Diese im Wesentlichen romanische An- 
lage lässt darauf schliessen, dass man das Langhaus bald 
nach der Vollendung der unteren Theile des Chores be- 
gründete, demnächst zur Vollendung des Chores schritt, 
dann aber, da den Chorherren wiederum die Stätte des 
Dienstes gesichert war, den Bau ruhen liess, bis ihn die 
Klage des Erzbischofs vom Jahre 1274 wieder in Gang 
brachte. Ein Leichenstein im Osten des Langhauses trägt 
die Jahreszahl 1294, ein anderer im Kreuzschiiife aber 
schon die von 1266, so dass also dieses zur Zeit jenes 
Klagebriefes schon bestanden haben muss. Ohne Zweifel 
war zu dieser Zeit der Chor schon längst vollendet, da 
man seiner zuerst bedurfte, so dass wir wohl annehmen 
dürfen, dass auch die oberen Theile nicht später als um 
1240  1250 entstanden sind. Auch ist die Gewölbanlage 
der oberen Chorhaube noch sehr primitiv und zeigt, dass 
die Bedeutung der Rippen noch nicht verstanden war, in- 
dem diese mit der übrigens schon sehr leicht gehaltenen 
Wölbung nicht in Verbindung stehen, sondern sie nur als 
(liagonale Gurtbögen stützen  
4'] S. über die Geschichte des Domes Rosenthal Geschichte der 
Baukunst in Crelle's Journal Band 26, S. 72, und im besonderen Ab- 
drucke III, 759, so wie den Text zu dem schon oben angeführten 
Kupferwerke von Mellin und Rosenthal. Fr. Wiggert, der Dom zu 
Magdeburg, 1835.
        

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