Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958149
Die 
Baumeister 
des 
Kölner 
Domchores. 
535 
halten sind und an sich, da diese Bücher nur die amt- 
liche Feststellung der Besitzveränderungen des Grundeigen- 
thums bezwecken, keine nähere Beziehung auf die Fort- 
schritte des Dombanes haben, eine Reihe von Namen der 
aufeinanderfolgenden Meister. Es sind keinesweges hoch- 
gestellte Geistliche, sondern schlichte Steinmetzen, unbe- 
kannte, von keinem Geschichtschreiber überlieferte Namen. 
Zu ihnen dürfen wir jedoch nicht den Ileinrich Sunere 
von Köln rechnen, für Welchen man den Ruhm der Er- 
ündung des Planes in Anspruch genommen hat, da die 
Bezeichnung als petitor structurae majoris ecclesiae, welche 
er in einer Urkunde von 1248 erhält, eher auf einen an- 
gestellten Einsammler der Beiträge zum Dombau, als auf 
einen Baumeister schliesseil lässt de). Dagegen dürfen wir 
als ersten Meister und somit als Urheber des Chorplanes 
jenen Meister Gerhard betrachten, welcher in der schon 
angeführten Urkunde vom Jahr 1'257 und zwar rühmend 
erwähnt wird, indem das Kapitel ihm, der als Steinmetz 
und Obermeister (Rector fabrice) bezeichnet wird, wegen 
i") Fahne, dessen ileissiger Durchforschung der Schreinsbücher 
wir die meisten der weiter unten anzugebenden Nachrichten verdanken, 
übersetzt in seinen: Diplomatischen Beiträgen zur Geschichte der Bau- 
meister des Kölner Domes, Düsseldorf 1849, jenen Titel als "Bewerber 
11m das Amt eines Domwerkmeisters" und erklärt den Heinrich Sunere 
deshalb für den Verfertiger des Planes. Allein es wäre unerhört, eine 
Bewerbung zum Titel zu erheben, und die im Texte gegebene Erklä- 
Yllng ist jedenfalls viel wahrscheinlicher. Vgl. andere Gründe gegen 
Fahne's Meinung bei Merlo, Nachrichten über Kölnisehe Künstler, s. 
V- Sunere S. 472. Eine Urkunde vom Jahr 1343 (in Mone, Anzeiger 
für Kunde des Mittelalters 1838, S. 185) ergiebt, dass: Petitio der her- 
gebrachte Ausdruck für die Collecten zum Kirchenbau war, und es ist 
sehr denkbar. dass statt der oificiellen Bezeichnung Nuntius petitionnm, 
welche in dieser Urkunde vorkommt, der vulgäre Sprachgebrauch das 
Wort: petitor gebildet hatte, welches denn auch in die den Ankauf 
eines Hauses enthaltende Notiz des Kölner Schreinsbuches übergehen 
konnte. 
        

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