Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958134
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Gothischel- 
Styl 
in 
Deutschland. 
anzuordnen fß]. Allein unmöglich konnte der gelehrte, viel- 
schreibende Mann sich auch die praktische Uebung erwor- 
ben haben, Welche zur Ausführung der Details nöthig 
War  und schwerlich Würde er sich entschlossen haben, 
den Chor von Amiens, wenn er ihn überhaupt kannte, nach 
Köln zu übertragen. Da überdies eine bestimmte Nachricht 
über seine Mitwirkung am Dombau nicht existirt, da er im 
Jahre 1280 starb, und also an der Erfindung des Lang- 
hauses keinen Antheil haben kann, da die Zahlensymbolik, 
Welche man auch diesem Dome zusehrieb, wenn überhaupt 
beabsichtigt, von Amiens hieher gelangt War, so fallen alle 
Gründe für seine Betheiligung fort 15W). Noch geringer 
sind die Ansprüche des Bischofs von Paderborn, Simon 
von der Lippe, da sie sich bloss auf eine dunkle Notiz 
aus später Zeit gründen  
Wohl aber erfahren wir aus einzelnen Urkunden, Welche 
in den sogenannten Schreinsbüchern der Stadt Köln ent- 
 Vgl. was weiter unten über den ihm zugeschriebenen Chor 
der Dominikanerkirche zu Köln mitgetheilt wird. 
H) Weshalb Kugler in dem vortrefflichen Aufsatze in der deut- 
schen Vierteljahrsschrift 1842 (kl. Schr. II, 131) die Hypothese auf- 
stellte und geistreich ausfiihrte, dass Albertus mit einem schlichten 
Steinmetzmeister gemeinschaftlich den Plan gefertiget habe. 
 Welche auch schon von Boisseree (Beschr. 1842, S. 11) 
und Guhl im Texte des Atlas zu Kuglefs Kunstgeschichte mit triftigen 
Gründen bestritten worden ist. 
 Krauser, Dombriefe a. a. 0., welcher freilich von der Voraus- 
setzung ausgeht, dass nur die Geistlichkeit damals den Plan erdenken 
konnte und musste, gründet diese Ansprüche auf die Nachricht, dass 
Erzbischof Oonrad am 15. August 1248 den Grundstein „cum eonsilio 
et industria Simonis, qui tunc in arte architectonica praecipue cele- 
brabatur", gelegt habe. Allein diese an sich zweideutige Nachricht ist 
nur ein handschriftlicher Zusatz zu der im Jahre 1418 verfassten Chro- 
nik des Gobelinus Persona. Vgl. Domblatt 1842, Nro. 26. Auch zei- 
gen die im Jahre 1262 begonnenen Reparaturen des Domes zu Pader- 
born, bei denen die Annahme einer Einwirkung dieses Bischofs viel näher 
liegt, einen ganz anderen Styl als der Kölner Dom.
        

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