Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958032
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Gothischer 
Styl 
in 
Deutschland. 
continue laboratur magnis laboribus et expensis), dann 
aber auch, dass eine Vorhalle (porticus), aus welcher der 
'l'hesaurar bisher Einkünfte bezogen hatte, wegen des be- 
hufs der Erbauung der neuen Kirche zu legenden Fun- 
damentes jetzt abgebrochen werden sollte  Dies kann 
sich nur auf das Langhaus bezogen haben, da der Chor 
vollendet war, das südliche Kreuzschilf, wie man bei der 
gegenwärtigen Fortsetzung des Baues gefunden hat, in 
alter Zeit noch gar keine Fundamente erhalten hat, auf der 
Nordseite aber nach der Localität kein Porticus stehen 
konnte 33). Ueberhaupt entstand um diese Zeit eine neue 
und stärkere Begeisterung für den Dombau. Aus einem 
Beschlusse des im Jahre 1327 zu Köln abgehaltenen Diö- 
cesankapitels tagt) erfahren wir, dass sich in der Diöcese 
eine Petri-Brüderschaft gebildet hatte, deren Mitglieder 
einen jährlichen Beitrag zur Baukasse des Domes zahlten 
und dafiir mancherlei Privilegien genossen; eine Bulle Papst 
Johann XXII. vom 1. Juli desselben Jahres deutet an, dass 
die Bereitwilligkeit der Diöcesanen durch Betrüger oder 
Unberufene gemissbraucht wurde, indem sie vorschreibt, 
dass Niemand ohne schriftliche Beglaubigung des Domka- 
pitels für den Dom sammeln dürfe  Diese eifrige Stim- 
mung dauerte auch noch längere Zeit, so dass der Erz- 
bischof Wilhelm von Gennep im Jahre 1357 theils den 
Zutritt zu jener Petri-Brüderschaft erleichterte und auch 
Aermeren, wenn sie nur nach Verhältniss ihres Vermö- 
gens beisteuerten, gestattete, theils denen, welche für den 
4') Lacomblet Archiv a. a. O. S. 171: "quam porticum propter 
novum jam fundamentum pro ecclesiae nostrae constructione ponendum 
expedit demoliri". 
 Wie an den französischen Kirchen legte man das Langhaus 
eher an als das Kreuzschilf. 
121.
        

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