Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958001
Geschichte 
des 
Kölner 
Domes. 
521 
hält  Im Jahre 1279 gewährt uns der am 1. April 
erlassene Ablassbrief ein bestimmteres Zeugniss. Erzbi- 
schof Sifrid erkennt darin an , dass der neue Bau durch 
freigebige Beisteuern in prachtvoller und würdiger Schön- 
heit aufgestiegen sei (de elleemovsinarum vestrarum largi- 
tione  surrexit in decore magnilico et decenti], aber zu 
seiner Vollendung noch reicher Beihülfe der Gläubigen 
(subventione lidelium copiosa) bedürfe. Er fordert unter 
Anderem auf, ungerecht erworbenes Gut, wenn man den, 
welchem es zurückzuerstatten sei , nicht kenne, diesem 
Zwecke zuzuwenden. Im Jahre 1297 war der neue Chor 
so Weit gediehen, dass Altäre darin gestiftet werden konn- 
ten, und seit 1306 mehren "sich die Schenkungen zu Gun- 
sten des Domes und finden sich auch sonst Beweise eines 
rascheren Betriebes des Baues. Indessen kam es, wie wir 
gesehen haben, erst im Jahre 1320 dahin, dass der Chor- 
dienst beginnen konnte, und erst am 27. September 1322 
zur feierlichen, im Beisein vieler Bischöfe vorgenommenen 
Einweihung M). 
Die Langsamkeit des Baues erklärt sich nicht bloss 
aus der Grossartigkeit der Aufgabe, sondern auch aus den 
Feindseligkeiten zwischen den Erzbischöfen und der Stadt. 
Schon unter Conrad von Hoehstaden kam es zu Gewalt- 
thätigkeiten, unter seinem Nachfolger Engelbert II. rief die 
Glocke des Domes die Bürger zum Sturm auf die Befe- 
stigungen, die der Erzbischof an den Thoren errichten 
lassen, und es trat ein förmlicher Krieg ein, in Folge 
dessen im Jahre 1270 der Erzbischof von dem Grafen von 
Jülich gefangen genommen wurde. Zwar finden wir in 
a) Eine Abbildung desselben in Lacombleifs Urkundenbuch Bd. I. 
M] Wie dies der Augenzeuge Levolt von Northof bei Meibom 
Scr. I, p. 399 (jetzt auch in Böhmefs Fontes V01. II) berichtet.  
Die vorher erwähnten Urkunden bei Lacomblet a. a. O. Nro. 723 u. 974.
        

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