Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957974
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Gothischer 
Styl 
in 
Deutschland. 
prachtvollen Erneuerung des Domes und zwar dadurch 
entstanden, dass die Werkleute, welche mit dem Abbruche 
der östlichen Mauern beauftragt waren, den Einsturz der- 
selben dadurch herbeiführen wollten, dass sie den Boden 
aushöhlten, mit Holz füllten und dies anzündelen. Ihre 
Unvorsichtigkeit und ein ungünstiger Wind hätten dann 
ein Umsichgreifexi der Flammen verursacht, durch welches 
das alte, aber edle Gebäude bis auf die Mauern abgebrannt 
sei. Der Chronist erwähnt dabei, dass zwei vergoldete 
Armleuchter zerstört worden, dass aber der Schrein der 
drei Könige, den man, damit er nicht durch den Einsturz 
der Mauern leide, an eine andere Stelle der Kirche gebracht 
hatte, unversehrt geblieben sei. Es geht daraus hervor, 
dass sowohl der beabsichtigte Einsturz der Mauern, als 
der Brand sich auf den Chor bezogen. Der Umstand, dass 
gerade diese Stelle der Chronik nur aus einer aus dem 
siebenzehnten Jahrhundert stammenden Abschrift citirt wird, 
und dass die pikante Thatsache von anderen Lokalschrift- 
stellern übergangen worden, selbst die Umständlichkeit der 
Erzählung erwecken allerdings Zweifel, berechtigen indes- 
sen nicht, der an sich wahrscheinlichen und mit den be- 
reits erwähnten anderen Notizen übereinstimmenden Erzäh- 
lung den Glauben zu versagen. 
Wie es sich aber auch damit verhalten möge, gewiss 
ist, dass bald nach 1248 wenigstens weitere Vorberei- 
tungen zum Neubau des Chores gemacht wurden. Die 
Nachrichten, welche wir in Ermangelung einer fortlaufen- 
den Erzählung aus einzelnen Urkunden entnehmen, sind 
zwar spärlich, lassen aber darüber keinen Zweifel. Im 
Jahre 1251 weist das Kapitel die Vorsteher des Baues 
(magistri operis) an, die Zinsen, welche die Bewohner 
gewisser Häuser zur Kirchenkasse gezahlt hätten, da diese 
Häuser wegen des Baues niedergerissen seien (cum propter
        

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