Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957908
Der 
Dom 
ZU 
Köln. 
511 
dert ein näheres Eingehen auf die verschiedenen Darstel- 
lungen. Die ältere, Welche, im Wesentlichen schon von 
den früheren Loealschriftstellern herstammend, von dem 
hoehverdienten und begeisterten Herausgeber des Domwerkes 
Sulpiz Boisseree t] weiter ausgeführt und vertheidigt wurde, 
nahm fol enden Her an an. 
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Schon im Anfange des dreizehnten Jahrhunderts habe 
man die damalige, aus dem neunten Jahrhundert stammende, 
in den einfachen Formen dieser frühen Zeit und nur mit 
hölzernen 'l'hürmen errichtete Kirche unzureichend gefunden; 
die einflussreiche Stellung der Erzbisehöfe, der steigende 
Luxus der reichen Iilandelsstadt, das Beispiel anderer Ka- 
thedralen, endlich der Zudrang von Pilgern, welche zu den 
seit 1166 hierher gelangten Reliquien der heiligen drei Kö- 
nige wallfahrteten, habe den Wunsch nach einem neuen 
und prachtvollen Gebäude erweckt. Erzbischof Engelbert I. 
(1216  1225) habe daher einen solchen Bau beabsichtigt, 
die Domherren dazu zu bestimmen gesucht und selbst einen 
jährlichen Beitrag von 500 Mark verhiessen öiii]. Sein 
früher Tod habe die Ausführung verhindert, indessen hät- 
ten seine Nachfolger den Gedanken im Auge behalten. 
Erzbischof Conrad von Hoehstaden, ein kluger und mäch- 
tiger Kirchenfürst, dessen politischer Einfluss Deutschland 
beherrschte, habe daher den Plan zu einem Gebäude ent- 
werfen lassen, welches alle anderen Kathedralen an Grösse 
und Bedeutung übertreffen sollte, dessen Ausführung aber 
Ü Sein Prachtwerk über den Kölner Dem, auch als mächtiges 
Anregungsmittel der Liebe für mittelalterliche Kunst höchst wichtig, 
erschien nach dreizehnjährigcn Vorarbeiten seit 1821, der Text (Ge- 
schichte und Beschreibung des Kölner Domes] 1823, und im Wesent- 
lichen wiederholt in dem kleineren NVerke gleichen Titels 1842. 
w) Diese Thatsaebe ist allerdings richtig, und wird durch das 
Zeugniss des woblunterrichteten Lebensbeschreibers Engelberfs, Caesar 
von Heisterbacb (Vita. S. Engelberti Lib. I, c. 9, bei Böhmer, Fontes 
rer. Germ. II, 304] ausser Zweifel gesetzt.
        

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