Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957895
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Gothischer 
Styl 
in 
Deutschland. 
schon in dieser Epoche auf andere Bauten Einfluss hatte. 
Die Kirche zu Haslach, in den Umgebungen Strasburgs, 
enthält zwar in manchen Details, namentlich in den unteren. 
Wandarcaden, augenscheinliche Nachahmungen des Mün- 
sters; es scheint indessen, dass dieser Bau, wenn auch in- 
Folge eines Brandes von 1280 (dessen eine halbverlöschte 
Inschrift erwähnt) erst im folgenden Jahrhundert und zwar" 
durch einen Sohn Erwiifs, der im Jahre 1330 als Werk- 
meister dieser Kirche starb, ausgeführt wurde  Wohl 
aber kam der gothische Styl auch durch andere Meister 
in diese Gegend, wie das Münster zu Colmar beweist, 
welches in gutem frühgothischem Style erbaut ist, aber in 
allen Beziehungen eine andere Behandlung zeigt und na- 
mentlich nicht Bündelpfeiler, sondern kantonirte Rundpfeiler 
enthält Von demselben Meister mag dann auch die 
Hauptkirche zu Schlettstadt in ihren westlichen Theilen 
erbaut und durch Ausführung der Fenster vollendet sein. 
Ungefähr gleichzeitig mit dem Anfange der Arbeiten 
von Strasburg und Freiburg wurde an einer anderen Stelle, 
der Rheinlande ein sehr viel bedeutenderes Werk, die 
höchste Leistung des gothischen Styles in Deutschland und 
vielleicht in allen Ländern , begonnen, der Dom zu Köln. 
Die Geschichte des berühmten Monumentes ist nicht 
unbestritten, und die Wichtigkeit des Gegenstandes erfor- 
3) Anno Dni. MCCCXXX. nonis Decembris obiit Magister operis 
hujus ecelesiae filius Erwini. magistri quondam operis ecelesiae Argen- 
tinensis. Der Erbauer von Haslaeh hat das gewöhnliche Schicksal der 
Söhne gresser Männer; der väterliche Ruhm verdunkelt den seinigen 
und bringt hier selbst seinen Namen in Vergessenheit. 
M") Nach Golbery a. a. O. wurden seit 1263 Ablassbriefe zu 
Gunsten des Baues erlassen. Mertens in seinen Tabellen setzt die 
Haupttheile um 1280. Am Portale des südlichen Kreuzschiffes ist eine 
halbverlösehte Inschrift, die keine Jahreszahl, wohl aber (wenn ich 
richtig gelesen) den Namen eines Magister Humbertus angiebt.
        

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