Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957877
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Gothischer 
Styl 
in 
Deutschland. 
"scheinlich stand daher hier ein Meister an der Spitze, wel- 
chem die Bauherren eiue Annäherung an jenen, jenseits des 
Rheines erstehenden Bau aufgegeben hatten, der aber nur 
unvollkommen mit den Principien desselben bekannt war. 
Dies konnte nicht unbemerkt bleiben und man zog nun den 
Meister von Strasburg selbst oder einen seiner besseren 
Schüler hinzu, der sodann die Pfeiler, die Seitenmauern 
mit den Arcaden und die Fenster des südlichen Schiffes 
dem Strasburger Bau entsprechend bildete, und nur auf 
das Triforium verzichtete, Weil es in den bereits fertigen 
östlichen Theilen fehlte. Später bei der Ausführung der 
nördlichen Seitenfenster und des Ober-Schiffes trat dann 
wohl ein anderer Meister ein, Welcher, obgleich mit dem 
gothischen Style wohl vertraut, die Anlage der breiten, 
den ganzen Wandraunl füllenden viertheiligen Fenster 
scheute und es verzog, sie kleiner und dreitheilig zu halten. 
Wenn das Langhaus des Freiburger Münsters ungeachtet 
seiner Abhängigkeit von dem Strasburger einen günstigeren 
Eindruck macht, so entsteht dies zunächst durch die, viel- 
leicht nicht freiwillig, sondern mit Rücksicht auf die älteren 
Theile angenommenen besseren und schlankeren Verhält- 
nisse, dann aber auch durch die Behandlung der Details. 
Das Innere des Strasburger Domes ist fast zu gefüllt; bei 
der nach Verhältniss der Breite nur mässigen Höhe, bei 
der reichen Gestalt der Pfeiler ist es fast zu viel, dass das 
hohe Triforium nahe über den Scheidbögen beginnt und 
mit den hohen und breiten Fenstern zu einer Masse ver- 
schmilzt. Eine so reiche Ausstattung der Wand erfordert 
auch die schlanken Verhältnisse der französischen Kathe- 
dralen. Das Innere des Freiburger Münsters gewinnt da- 
gegen gerade durch seine Einfachheit; es ist wahr, dass 
die grosse Wandfläche zwischen den Scheidbögen und den 
Oberlichtern leer erscheint, dass die Oberlichter selbst nicht
        

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