Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957825
Der 
Dom 
ZU 
Strasburg. 
503 
gebäude scheint auch die sehr eigenthümliche Anordnung 
des Kreuzschiffes zusammenznhängen. Die Kreuzarme sind 
nämlich sehr weit ausladend, so dass jeder mehr als das 
Quadrat der Tiefe enthält, und deshalb nicht mit einem 
grossen, sondern mit vier kleinen Kreuzgewölben bedeckt, 
Welche in der Mitte auf einer freistehenden hohen Rund- 
säule ruhen. Diesen Säulen entsprechend ist denn auch 
zwischen jedem Paare der vier mächtigen, an den Ecken 
der Vierung stehenden Pfeiler eine kleinere Säule gestellt, 
so dass das ganze Kreuzschiff in seiner Längemichtung 
durch eine Säulenreihe getheilt ist, und neben dem grös- 
seren Raume der Vierung auf jeder Seite vier kleinere 
Abtheilungen entstanden sind. Wenn auch bei dieser An- 
ordnung zunächst die Sicherung des Gewölbes bestimmend 
gewesen sein mag, so geizvährte sie doch den Vortheil, 
jene weiten Räume des KreuzschiHes zu theilen, neben der 
Vierung kleinere Gewölbfelder zu bilden, und so den 
Rhythmus der Ilaupb- und Nebenschilfe des Langhauses 
in den östlichen Theilen wiederkehren und ausklingen zu 
lassen, wie dies im gothischen Style nur in viel grossar- 
tigerer VVcise ausgeführt war. Wir können daher hierin 
eine diesem Style verwandte 'l'endenz erkennen, obgleich 
alle Details des Krcuzschilfes (mit Ausnahme der einen, of- 
fenbar späteren, durch Bildwerk der Sabina von Steinbach 
geschmückten Säule) im Wesentlichen romanisch sind. 
Beim Beginn des Langhauses übernahm ein anderer 
Meister die Leitung des Baues, ein entschiedener und 
Ivohlunterrichteter Anhänger der Gothik, welcher in allen 
Beziehungen mit den neuesten und schönsten Leistungen 
der französischen Kunst zu wetteifern suchte. Er kam 
dabei sofort in Conflict mit den Anlagen seines Vorgän- 
gers. Dieser hatte die Breite des Mittelschiffes möglichst 
ausgedehnt, sich aber mit einer sehr mässigen Höhe be-
        

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