Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957771
498 
Früheste 
gothische 
Bauten 
in 
Deutschland. 
auffallender ist, wie sich bei decorativen Architekturwerken 
noch lange eine seltsame Mischung romanischer und go- 
thischer Formen erhielt. Dies zeigt der Baldachin über 
dem Grabe des Stifters im Westchore der Abteikirche zu 
Laach, welcher von dem Abte 'l'l1e0doricl1 (1282-1295) 
errichtet wurde, an welchem sechs Säulen vermittelst klec- 
blattförmiger und herzförmiger Steinrippen eine Zwerggal- 
lerie tragen, auf der darm wieder vermittelst herzförmigen 
Maasswerkes die offenen Steinrippen der Decke ruhen. 
Die Ausarbeitung des Steines zu freien, dem Maasswerk 
ähnlichen Gliedern, die Kenntniss des Rippengewölbes sind 
dem Erbauer dieses kühnen Zierwerkes geläulig gewesen, 
aber viele Details und der Ausdruck des Ganzen ist noch 
völlig romanisch  
Bis zum Jahre 1248 weiss ich in diesen Gegenden 
nur einen Bau zu nennen, der entschieden gothischen Styles 
und zugleich von der Trierer Schule unabhängig ist, die 
Kirche des Cistercienserklosters Marienstatt (Locus 
Mariae] bei Ilachenberg im Nassauischen. Schon im Jahre 
1215 wurde auf den Wunsch eines frommen burggräf- 
lichen Ehepaares die übliche Zahl von zwölf Mönchen 
unter Leitung des Abtes Herrmann hieher geschickt, aber 
erst später, wie gewöhnlich durch eine Vision des Abtes, 
die zur Gründung des jetzigen Klosters geeignete gefunden, 
worauf denn im Jahre 1227 der Grundstein der Kirche 
gelegt wurde im). Die Weihe erfolgte sogar erst im Jahre 
ü] Das merkwürdige Monument ist noch nicht edirt; selbst in 
dem Werke von Geier und Görz ist die Publikation nur in einem Sup- 
plementhefte verheissen. Die Zeit der Errichtung steht allerdings nicht 
ganz fest, da die Inschrift, auf welcher unsere Kunde beruhet, nur 
den Namen des Abtes Theodorich nannte, und ein früherer Abt des- 
selben Namens von 1235  1247 regiert hatte. Die kühne Behandlung 
des Steines lässt aber eher auf die spätere Zeit sehliessen. Anderer 
Ansicht ist Boisseree, Niederrhein, S. 11. 
"j Jongelinus, Notitia, Lib. XII, p. 24. Brower et Masenius,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.