Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957651
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Früheste 
gothische 
Bauten 
in 
Deutschland. 
zeugend, ist die St. 
feld. Der Chor ist 
die aber hier schon 
Martinskirche zu Münstermai- 
Wieder in Uebergangsformen erbaut, 
dem Gothischen sehr nahe stehen. 
Zwar hat er an seinem unteren Stockwerke den Bogen- 
fries und unter dem Dache die Zwerggallerie, aber beide 
schon mit spitzen Bögen. Er schliesst Finfseitig aus dem 
Zehnecke, aber seine Ecklisenen, deren Aussenlinien dem 
Winkel der beiden von ihnen berührten Polygonseiten pa- 
rallel laufen, sind so stark gebildet, dass sie fast die Be- 
deuhing von Strebepfeilern haben, und oben zu Spitzbögen 
verbunden, in Welchen die hohen spitzbogigen Fenster in 
vertieftem Felde, also in einer bloss ausfüllenden Mauer, 
stehen. Im Inneren sind die Ecken mit zierlichen, von 
Ringen durchschnittenen Säulenbiindeln besetzt, die vor den 
Fenstern über dem stärkeren Unterbau einen Umgang bil- 
den. Das Langhaus (lagegen, mit niedrigen Seitenschiffen 
und drei schmalen Gewölbfclderxi des Mittelschiffes, ist in 
allen Beziehungen ein gelungenes Werk des frühgothischen 
Styles. Die kantonirten Rundpfeiler, mit ziemlich kurzer 
Kernsäule aber hoch hinaufgehendem Mitteldienste, haben 
wie in der Liebfrauenkirche niedrige Laubkapitäle und eine 
rautenförmige Basis, sind aber zum Theil schon entwi- 
ckelter wie dort, indem der Mitteldienst am westlichen 
Pfeilerpaare von unten auf, am östlichen wenigstens ober- 
halb des Kapitäls der Kernsäule von zwei Glutträgern 
tlankirt ist. Die Maasswerkfenster gleichen völlig den ein- 
facheren in Trier; Scheidbögen und Gewölbgurten sind 
von guter, selbst eleganter gothischer Prolilirung. Die 
Strebepfeiler und Strebebögeil endlich sind noch sehr 
schlicht gehalten. Ueber die Zeit des Baues wissen wir 
nur, dass derselbe 1225 begonnen ist, und erst 1330 ganz 
beendet sein soll. Ohne Zweifel bezieht sich die erste 
Jahreszahl 
auf 
den 
Chorbau , 
die 
zweite 
auf die 
Vollen-
        

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