Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957504
Georg 
Zll 
Limburg. 
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theilen des spitzbogigen Rippengewvölbes noch nicht so 
vertraut War, wie seine Zeitgenossen in Frankreich, steht 
aber der Vermuthung, dass die Plananlage von dort ent- 
nommen sei, keinesweges entgegen. 
Sehr viel deutlicher ist die Verwandtschaft mit einem 
bestimmten französischen Bau an einer berühmten deutschen 
Kirche, welche nicht lange nachher, aber ziemlich weit 
entfernt von dem Magdeburger Dome, entstand, an der 
Stiftskirche St. Georg zu Limburg an der Lahn. Der 
Baumeister derselben ist aus der rheinischen Schule her- 
vorgegangen; die Zwerggallerie, die Bekrönung der Thürme 
mit einzelnen Gieheln, die Knospenkapitäle, die prachtvollen 
Laubgewinde an den Archivolten des Portals und überhaupt 
alle Ornamente gehören ihr an; selbst die grossartige Ge- 
sammtanlage mit zwei mächtigen Westthiirmen, vier klei- 
neren Thürmchen an den Kreuzfacaden, und einem hohen 
und schlanken achteckigen Thurme auf der Vierung des 
Kreuzes ist in ihrem Geiste erfunden und ausgeführt. 
Der Grundplan ist noch ganz der einer gewölbten roma- 
nischen Basilika, mit starken Aussenmauern, quadratem 
Gewölbe in Haupt- und Nebenschiffen, nur darin von 
ähnlichen rheinischen Bauten abweichend, dass die Apsis 
des Chores mit einem Umgange mngeben ist. Auch die 
Anordnung der unteren Theile des Mittelschiffes trägt noch 
den Charakter des rheinischen Styles und stimmt nament- 
lieh mit der St. Quirinskirche in Neuss im Wesentlichen 
überein. Wie in dieser sind auch hier die Zwischenpfeiler 
einfach viereckiger Gestalt, die auf ihrem Kämpfergesimse 
ruhenden Arcaden spitzbogig mit eckiger Leibung, wie 
dort ruht auf den niedrigen SeitenschiiTen eine Gallerie mit 
Zweitheiligen, spitzbogigen, von einem breiteren Spitzbogen 
mit undurchbrochenem Bogenfelde überwölbten Oeffnungen. 
Allein die gewölbtragenden Pfeiler sind kräftiger gebildet,
        

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