Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957465
Siebentes 
Kapitel. 
Der 
deutsche 
frühgothische 
Styl. 
wie wir gesehen haben, zeigt der deutsche Uebergangs- 
styl im Ganzen, ausser der Anwendung des Spitzbogens 
und des Rippengewölbes, keine bestimmte Hinneigung zu 
den Tendenzen des eigentlich gothischen Styles. Strebe- 
pfeiler kommen zwar hin und wieder, aber von geringem 
Umfange und an untergeordneten Stellen, Strebebögen fast 
nur an einigen Cistercienserkirchen und als schwache Ver- 
suche vor, der Gedanke eines durchgeführten Strebesystems 
scheint noch ganz unbekannt. Statt des Kapellcnkranzes 
ist die einfache Polygonnische, statt der Säule oder des 
kantonirten Rundpfeilers der Pfeiler viereckigen Kernes, 
statt der kühnen, auf die einzelnen G-evrölbgurte berech- 
neten Dienste die hoch hinaufsteigende Halbsäule noch 
immer wie in den älteren romanischen Gewölbebauten an- 
gewendet. Indessen finden wir in einzelnen Fällen schon 
im ersten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts, anfangs 
seltener, nachher häuliger Formen, die nach Frankreich 
hinweisen. Da man einmal den Weg ruhigen Beharrens 
bei den überlieferten Localformen verlassen und den des 
Suchens und Strebens, des Erlindens und der Aneignung 
fremder Erfindungen betreten hatte, kann es nicht anfallen, 
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