Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957421
Mischung 
der 
Provinzialismen. 
463 
Blasiuskirche zu Mühlhausen  dessen Kleeblatt- 
fenster wieder an die Kirche zn Gelnhauserl erinnern, und 
das spitzbogige Portal mit schlanken Säulen und noch fast 
romanischen Kapitälen an der Liebfranenkirche zu 
Arnstadt WC) angehören. Auch hier mögen die Mönchs- 
orden und namentlich die Cistercienser, nachdem sich ihre 
Scheu vor reicheren Formen verloren hatte , zur Verbrei- 
tung des rheinischen Styles beigetragen haben , indem wir 
in mehreren ihrer Bauten sehr zierliche Arbeiten dieser Art 
Iinden. Dahin gehört zunächst die Vorhalle (das Paradies) 
der Klosterkirche von Maulbronn im Würtembergischen, 
welche in der zierlichen Behandlung der Ringsäulen und 
Kleeblattbögen einen unmittelbaren Einfluss des rheinischen 
Styles verräth. Zwar ist hier noch vorherrschend der 
Rwidbogen angewendet, aber die Gewölbe und ihre Schild- 
bögen sind spitzbogig, ihre Rippen, wenn auch noch als 
Rundstäbe, doch schon in einer der gothischen Weise an- 
nähernden Weise proiilirt, die Aussenmauern mit ausgebil- 
deten Strebepfeileril bewehrt, und das Bogenfeld der Dop- 
pelfeilsler ist mit einer kreisförmigen Oefiilung zwischen 
den Spitzen des Kleeblattes versehen, welche an gothisches 
Maasswerk erinnert WM). Sehr waln-scheinlich fällt daher 
der Bau in eine Zeit, wo die Meister den Spitzbogen sehr 
Wohl kannten und ihn da , wo sie seiner Tragbarkeit be- 
durften, wohl angewendet haben würden, während sie hier 
bei kleineren und leichteren Verhältnissen den Rundbogen 
vorzogen und gerade durch seine Verbindung mit dem 
Kleeblattbogen und den schlanken Ringsäulen des rheini- 
9'] Daselbst Taf. 7, 8, 11. 
9') Puttrich, Abth. I, Bd. 1, Serie Schwarzburg, Taf. 4. 
'33) Eisenlohr, Mittelalterliche Bauwerke im südwestl. Deutsch- 
land, Heft 1-4, giebt eine Reihe von Abbildungen der einzelnen 
Gebäulichkeiten dieser grossartigen und wohlerhaltenen Klosteranlage. 
Vgl- auch Kallenbach a. a. O. Taf. 31.
        

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