Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957377
458 
Uebergangsstyl. 
pitäle der Gewölbdienste würfelförmig sind k). Auch die 
Stiftskirche zu Neufchatel in der Schweiz, in einer ro- 
manischen Provinz, aber völlig deutschen und zwar rhei- 
nischen Styles  die Pfarrkirche zu Salzburg i-iid-i), 
nach einem Brande von 1203 in den derben und rohen 
Formen, welche in diesen östlichen Gegenden herrschten, 
neu erbaut, und endlich die ehemalige Klosterkirche zu 
Deutsch-Altenburg an der ungarischen Gränze bei 
Wien  sind gewölbt und mit spitzbogigen Arcaden bei 
übrigens romanischen Formen. 
Aber nicht bloss an gewölbten Kirchen, sondern auch 
an solchen mit gerader Decke wandte man den Spitzbogen 
an den Arcaden an, wenn man aus besonderen Gründen 
einer stärkeren 'l'ragekraft zu bedürfen glaubte. S0 in der 
Pfarrkirche zu Pötnitz bei Dessau und in der Klosterkirche 
Zll 
Memleben 
In 
beiden 
bestehen 
Illlf 
die 
Pfeiler, 
1'] Die Nebenportale sind erneuert, das Hauptportal soll aber un- 
beschädigt versetzt sein. 
H) Vergl. Blavignac, Hist. de Parchit. saeree dans les eveches 
de Geneve, Lausanne et Sion, welcher jedoch auch hier in seiner Da- 
tirung weit zurückgreift. Die Kirche, wahrscheinlich 954 gegründet, 
soll 10-19 und 1269 durch Brand gelitten haben und 1276 wieder ge- 
weiht sein. Sie enthält Theile aus sehr verschiedenen Zeiten. Die 
schlanken, zweistöckigen Conchen der Ostseite und ein der Galluspforte 
zu Basel ähnliches, aber doch schon späteres Portal scheinen dem Ende 
des zwölften Jahrhunderts anzugehören, das Schilf lässt ungeachtet spä- 
terer Veränderung noch die früheren rundbogigen Fenster erkennen. 
 Mertens in der Wiener Bauzeitung 1846, S. 241 ff. 
 In Oesterreich scheint selbst der Spitzbogen sehr spät Auf- 
nahme gefunden zu haben. Nicht bloss an der Westseite von Heili- 
genkreuz (aus dem Bau von 1187], sondern auch an der Pfarrkirvhe 
zu Wiener Neustadt (1220 --1230] und an der Miohaelerkirche zu 
Wien (1221) kommt er noch nicht, und überhaupt zuerst an der Ci- 
stercienserkirche zu Lilienfeld vor, die im Jahre 1202 begonnen, 
im Jahre 1230 geweiht war. Auch hier waren also die Oistereienser 
die Vermittler. Vgl. Heider, die romanische Kirche zu Schöngrabern. 
 Puttrich Abth. I, Bd. 1, Serie Anhalt, S. 15 und Taf. 10, und 
Abth. II, Bd. 2.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.