Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957357
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Weitere 
Verbreitung 
des 
Uebergangsstyles. 
Theiles der Kirche, vielleicht des später erneuerten west- 
lichen Chores, ertheilt worden, dass man dann, sei es, 
dass jener Brand von 1081 nicht das ganze Gebäude in 
Asche gelegt hatte oder dass die Mittel augenblicklich kein 
Weiteres Fortschreiten gestatteten, erst in der zweiten Hälfte 
des zwölften Jahrhunderts die Erneuerung der östlichen 
Krypta und des Georgenchores begann, die äusseren Mauern 
aufführte, die Seitenschitfe überwölbte, am Ende dieses 
Jahrhlmderts und im Anfange des folgenden die östlichen 
Thürme weiter hinaufführte, das Mittelschiff überwölbte, 
dem Dache die reichen Gesimse hinzufügte, die äussere 
Ausstattung des Georgenchores und der Portale bewirkte 
und darauf, als diese Ausschmückung fast, aber noch nicht 
ganz vollendet War, im Jahre 1237 zur Einweihung schritt, 
durch Welchen Hergang sich die Verschiedenheit des pla- 
stischen Styles an den Sculpturen der Portale erklärt. 
Gleichzeitig mit diesem Dome wird auch der Bau der 
St. Sebalduskirche zu Nürnberg stattgefunden haben, 
aus welchem das Mittelschiff nebst dem Unterbau der 
Thürme und der dazwischen liegenden, später veränderten 
sogenannten Löffelholzischen Kapelle herstammen. Diese, 
als westlicher Chor mit fünf Seiten des Achtecks vortre- 
tend, erinnert durch ihre Stellung zwischen zwei wohlge- 
gliederten rundbogigen Portalen und durch die Behandlung 
der Rundbogenfriese an die ähnliche, aber reichere Anlage 
des Bamberger Domes. Die Pfeiler des Mittelschilfes sind 
viereckigen Kernes, an den Ecken eingekerbt, aber auf der 
Frontseite und unter den Scheidbögen mit je einer kräf- 
tigen Halbsäule besetzt, welche vermittelst eines hohen, 
kelchförmigen, aber würfelförmig ausladenden, mit knos- 
penartigem Blattwerk oder mit Verschlingungen und Perl- 
schnüren verzierten Kapitäls das Gesims tragen. Die 
Scheidbögen sind entschieden spitz, durch einen breiten
        

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