Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957336
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Weitere 
Verbreitung 
des 
Uebergangsstyles. 
mit 'l'hiergestalten und Arabesken vollständig belebt und in 
vortrefdichem Steine mit schärfstem Meissel ausgeführt, ein 
Juwel romanischer Ornamentation. Als windige Einfas- 
sung dienen dieser Apsis zwei unter den Thürmen in die 
Kirche führende Portale (A, B), rundbogig, stark vertieft, 
mit kräftig umschwingender Gliederung, namentlich mit dem 
weniger gewöhnlichen Zickzackornament, das nördliche 
auch mit gleichzeitiger Sculptur versehen, das südliche 
offenbar ursprünglich nur in seiner architektonischen An- 
lage vollendet, und erst später, vielleicht nach fast einem 
Jahrhundert, mit Säulen und Statuen besseren Styles ge- 
schmückt. Grösser noch und bedeutender ist die soge- 
nannte goldene Pforte  welche von dem freien Platze vor 
dem bischöflichen Palaste in das nördliche Seitenschitf führt; 
in ihrer Anlage und in der Nachahmung antiker Kannellur 
und korinthischer Kapitäle der goldenen Pforte in Freiberg 
gleichend, aber minder harmonisch und schön ausgeführt. 
Die verschwenderisch angebrachte Sculptur ist hier (mit 
Ausnahme zweier offenbar späteren und ohne inneren Zu- 
sammenhang mit der Architektur angefügten Statuen) noch 
sehr strengen Styles. Im Inneren erheben sich beide Chöre 
auf einer Stufenreihe hoch über den Boden des Mittel- 
Schiffes , 
dessen 
Breite 
sie 
einnehmen. 
Auch 
hier 
ist 
der 
Georgenchor besonders reich geschmückt, an der Brüstung, 
die ihn von den niedrigen Seitenschiffexl trennt, mit sehr 
merkwürdigen Reliefs, die ich später als Wichtige Monu- 
mente deutscher Sculptur 11äher__betrachten werde, an den 
Wänden der Apsis mit Nischen und Säulen, deren Stämme 
wechselnd, aber an beiden Seiten gleich, mit convexen und 
eoncaven, geraden, gewundenen oder gebrochenen Kannel- 
luren verziert sind. In der schwach beleuchteten, aber 
hohen Krypta wird das Gewölbe von zwölf Säulen ge- 
tragen, welche abwechselnd rund oder achteckig, verschie-
        

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