Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957259
446 
Weitere 
Verbreitung 
des 
Uebergangsstyles. 
die Basis hat wohlgebildete Eckblätter, die Scheidbögeil 
sind spitz mit einem Untergurt in strenger eckiger Profi- 
lirung. Ueber ihnen ist die Wand zwischen den hoch- 
hinaufsteigenden Diensten des mittleren Gewölbes leer und 
nur von dem mit der Deckplatte der Kapitäle in einer Flucht 
liegenden horizontalen Gesimse durchschnittell, auf Welchem 
die rundbogigen und von einem einfachen Rundstabe ein- 
gefassten Oberlichter paarweise unter den Schildbögen 
stehen. Die Profilimng der Quergurten des Gewölbes 
gleicht der der Seheidbögen. Die Anordnung der Pfeiler 
und die Profile der Bögen erinnern einigermaassen an das 
Langhaus des lllünsters zu Bonn, nur dass das 'l'rif0rium 
und der Arcadenschmuck fehlen, und das Ganze einen ein- 
facheren, strengeren Charakter trägt , welcher durch die 
spröde Form des Spitzbogens gesteigert wird. Das Aeus- 
sere ist sehr einfach, nur mit dem Bogenfriese und am 
Kreuzschiffe mit Lisenen verziert. Beide Chöre sind von 
Thiirmen flankirt, deren Ausführung allmälig im Laufe des 
(ireizelmnten Jahrhunderts erfolgt ist. Die neben dem Ostchor 
steigen bis zur Höhe des Schiffes viereckig empor, haben 
auf ihrer Ostseite eine kleine Concha und nehmen dann 
eine achteckige, durch Fenstergruppen und Bogenfriese 
belebte Gestalt an. Am WVestclwre ist der allein ausge- 
führte südliche Thurm reicher gebildet, indem er viereckig 
mit vier durchbrochenem Treppenthiirmchen aufsteigt. Hier 
sind auch die Fenster spitzbogig. Der ganze Bau hat eine 
eigenthümliche strenge und einfache Anmuth; die Details, 
namentlich die Kapitale, sind von grosser Schönheit und 
freiem Schwunge der Linie. 
Die historischen Nachrichten über die Bauzeit sind wie 
gewöhnlich mangelhaft. Unmittelbar nach der Verlegung 
des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg im Jahre 
1030 begann ein Neubau, welcher schon in den Jahren
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.