Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957249
Dom 
ZU 
Naumburg. 
445 
Umgestaltung der Vorhalle her, Woraus denn folgt, dass 
die Kirche schon früher vollendet gewesen sein muss. 
Etwas jünger ist der Dom zu Naumburg  Er hat 
die gewöhnliche Anlage grösserer deutscher romanischer 
Kirchen, ein dreischiffiges Langhaus mit östlichen Kreuz- 
armen und zwei Chören, die jedoch schon völlig im go- 
thischen Style, der westliche Chor in den Jahren 1'249_ 
1272, der östliche, als Erweiterung eines älteren, wahr- 
scheinlich halbkreisförmig geschlossenen, im vierzehnten 
Jahrhundert erbaut sind. Nur das Langhaus gehört in die 
Zeit, von welcher wir hier sprechen. Das Mittelsehilf ist 
mit quadraten Gewölben von 32 Fuss Breite und 40 Fuss 
Tiefe bedeckt, von denen nur das östlichste durch eine spä- 
tere Herstellung Rippen erhalten hat, die anderen bloss in 
Gräten zusammenstossen. Die Pfeiler sind schon ursprüng- 
lich auf Gewölbe angelegt, die stärkeren kreuzförmig mit 
vier Halbsäulen auf den vertretenden Seiten und vier klei- 
neren Säulen in den Ecken, die schwächeren in gleicher 
Gestalt, doch so, dass nach dem Mittelschilfe zu, wo sie 
kein Gewölbe tragen, die für dasselbe bestimmte Vorlage 
nebst ihren Säulen fehlt und die breite Fläche des Pfeiler- 
kernes zu Tage liegt. Nur der östlichste schwächere Pfeiler 
jeder Reihe vor dem Kreuzselmiffe ist anders gestaltet, in- 
dem er die ältere, in sächsischen Kirchen herkömmliche 
Gestalt eines einfachen Vierecks mit eingeblendeten Eck- 
säulchen hat. Man hat also zuerst diese Form anwenden 
wollen und erst demnächst eine andere, dem Wölbungs- 
Systeme mehr entsprechende gewählt. Die Kapitäle haben 
kelchförmigen Hals mit würfelförmiger Ausladung und sind 
mit gutgearbeitetem conventionellem Blattwerk geschmückt, 
 Vollständige Abbildung und Beschreibung bei Puttrich Abth. 
2, Band 1. Der Verfasser des Textes (Lepsius der Aeltere] kämpft 
jedoch für die Entstehung im elften Jahrhundert.
        

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