Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957149
Arusburg 
in 
der 
Wetterau. 
435 
SeitenschiHen mit einer vom Boden aufsteigenden I-Ialbsäule 
versehen , während im Mittelsehiffe eine kurze, auf einer 
Console ruhende Säule die Gewölbgurten trägt; das Hori- 
zontalgesims fehlt und an seiner Stelle sind kleine fenster- 
artige und sehmueklose Oeffhungen, ähnlich wie in St. 
Germer in der Picardie und in Iyleisterbaclm angebracht, 
Welche den Daehraum der Seitenschiffe beleuchten. Die 
Basis ist die attische, mit einfachem wohlgebildetem Eck- 
blatte, die Kapitale sind theils urürfelförmig, theils kelch- 
förmig mit knospeilartigern Blattwerk, die Fenster sämmt- 
lich rundbogig, ebenso die Arcaden mit Ausnahme der in 
den dr-ei westlichen Quadraten, Welche aus einfachen, eckig 
profilirten und mit einem Gurtbogen unterzogenen Spitz- 
bogen bestehen. Nach den historischen Nachrichten wurde 
das Kloster an dieser Stelle im Jahre 1174 gegründet und 
um 1215 reich beschenkt. Wahrscheinlich stammt daher 
der Bau ungefähr aus dieser Zeit; das Kapitelhaus, wel- 
ches dieselben Kapitale, aber übrigens frübgothische For- 
men zeigt, wird dann etwa um 1250 den Schluss dieser 
Bauthätigkeit gebildet haben. 
Aehnlich ist ferner die im Jahre 1222 geweihete Kirche 
zu Marienfeld bei Gütcrslohe in Westphaleilik), auch 
sie mit rechtwinkeligem Chorschlusse und niedrigem Um- 
gange, in welchem sich jedoch keine Zwischenmauern zur 
Abtheilung der Kapellen befinden. Die Arcaden sind spitz, 
die Fenster mit Ausnahme des KreuzschiHcs im Rund- 
bogen geschlossen; die Gewölbträger ruhen auch hier auf 
einem Bündel von kleinen, von einer Console getragenen 
Säulen, deren Abacus in das Horizontalgesims fällt. Die 
Anordnung weicht in sofern von den bisher genannten Ci- 
Stercienserkirchen ab, als die Pfeiler völlig unverziert und 
von ungewöhnlicher Breite sind, und die Arcaden zwischen 
Lübke 
14-1 
und 
Taf. 
VIII.
        

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