Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957132
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Cistercienserkirchen. 
Chor stammt dagegen unzweifelhaft vom Anfange des 
Jahrhunderts, was sich auch durch einen äusseren Um- 
stand erweisen lässt. Dem nördlichen Kreuzarme ist näm- 
lich eine bedeutend niedrigere, aber in Kreuzgestalt ange- 
legte Kapelle des heil. Michael  dergestalt angefügt, dass 
sie erst nach Vollendung dieses Kreuzarmes, dessen Mauern 
ihr zum Theil als Seitenwand dienen, errichtet sein kann. 
Diese Kapelle, mit Ringsäulen und Kleeblattarcaden reich 
geschmückt, hat aber durchweg Formen des Uebergangs- 
styles, nicht unähnlich der Vorhalle von Kloster Maulbronn, 
wird mithin spätestens von 1230 bis 1240 begonnen sein, 
so dass der Anfang des damals vollendeten Chores in eine 
sehr viel frühere Zeit fällt. 
Einige andere Kirchcn haben dieselbe Choranlage in 
vereinfachter Form. S0 zunächst die zu Arnsburg in 
der Wetterau w), deren Grundplan sich von dem von 
ltiddagshausen nur dadurch unterscheidet, dass die Seiten- 
schiffe etwas breiter sind und die Kapellen unmittelbar und 
ohne Umgang an den inneren Chorraum anstossen, so dass 
sich am Aeusseren nur ein, tiefer als die ScitenschiEe ge- 
legenes Dach um den rechtwinkeligen Chor herumzieht. 
Sie sind sehr niedrig und nur durch Thüröfihungen mit 
einander verbunden, auch in geringerer Zahl. Dafür ist 
aber neben ihnen auf jeder Ostseite des Kreuzes noch eine 
mit einer kleinen Nische abschliessende Kapelle angebracht, 
auch hat die mittlere Kapelle hinter dem Chore eine solche 
Nische. Die Details deuten auf eine etwas frühere Ent- 
stehung. Die Pfeiler sind einfach viereckig, nur in den 
f) Der Verfasser der obengenannten Schrift vermuthet (S. 31), 
dass diese Kapelle an Stelle der ursprünglichen kleinen Kirche des 
Klosters und zum Andenken an dieselbe errichtet sei. Dadurch erklären 
sich sowohl die Kreuzgestalt wie die eigenthümlichen und künstlich 
ausgeglichenen Unregelrnässigkeiten der Anlage. 
1") Gladbach a. a. O. Taf. (T2, 50.
        

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