Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957123
Kloster 
Ebrach. 
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berwölbung des Mittelscliiffes mag, da ihre Rippen in 
einer dem gothisehen Style sich annähernden Weise pro- 
filirt sind, aus der jener Weihe unmittelbar vorhergegan- 
genen Zeit stammen b). 
Eine merkwürdige Uebereinstinnnnng mit dieser Chor- 
anlage hat die der reichen Cistercienserabtei zu Ebrach in 
Franken. Dieselbe Zahl der Pfeiler und der Kapellen, die- 
selbe Abstnflnig der Höhenverhältrlisse des inneren Chores 
und der äusseren Theile, man" glaubt den Chor von Rid- 
dagshausen zu sehen. Nur darin besteht eine Verschie- 
denheit, dass die Krenzarme in Ebrach weiter ausladen 
und 
daher 
auf 
ihren 
östlichen 
Seiten 
noch 
eine fernere Ne- 
benkapelle haben. Das Langhaus unterscheidet sich von 
jenem , indem es nicht quadrate, sondern schmale Kreuz- 
gewölbe, nicht paarweise j sondern einzeln stehende und 
spitzbogige Fenster hat , auch schon durchweg und zwar 
am OberschiEe mit ziemlich ausgebildeten Strebepfeilerir 
versehen ist. Die Kirche ist um 1200 begonnen, aber erst 
1285 geweihet 2114i), und die Ausführung des Langhauses 
mag daher erst in diese spätere Zeit fallen, welcher jeden- 
falls die reichen Radfenster der Faeaden angehören. Der 
1') Für die (auch von Schiller a. a. 0. S. 135 angenommene) 
Meinung, dass die ganze Kirche der Zeit vor 1275 zuzuschreiben sei, 
liesse sich allerdings der Umstand anführen, dass auch die Dominika- 
nerkirche zu Regensburg, in welcher die vorher erwähnten Consolen 
sich in ganz gleicher Weise finden, erst um 1265 gebaut ist. Indes- 
sen ist der Styl beider Kirchen übrigens so sehr verschieden, dass 
schon ihre Vergleichung genügte, das frühere Alter von Riddagshausen 
lll erweisen. Auch war das Kloster schon lange so blühend, dass es 
nicht wohl ohne grössere Kirche gewesen sein kann, deren Erneuerung 
dann wiederum nicht nach so kurzer Zeit nöthig geworden sein würde. 
Schon in einer Urkunde vom Jahr 1216 nennt Kaiser Otto das Kloster 
"dilectissima nobis ecclesia". Jongelinus a. a. O. Lib. III, p. 32. 
"Ü Brevis notltia Monasterii B. V. M. Ebracensis, Romae 1793. 
Die Dimensionen sind noch bedeutender als in Riddagshausen, die ge- 
sammte Länge 294, die Breite des Langhauses 81, die Höhe 90 Fuss. 
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