Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-957011
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Cistercienserkirchen. 
Schule, die auf diese Weise entstand, bildeten sich zwar 
bestimmte bauliche 'l'raditi0nen, aber der strebende, refor- 
matorische Sinn des Ordens, die Selbstständigkeit der ein- 
zelnen Klöster, die schon aus Sparsamkeit gebotene Rück- 
sicht auf das vorhandene Material und auf die architekto- 
nischen Gebräuche jeder Gegend bewahrten sie vor scla- 
vischer Nachahmung und Einförmigkeit. Die Aufgabe, 
solide Formen mit angenscheinlicher Einfachheit und doch 
auch mit der der Würde des Ortes zusagenden Anmuth 
zu verbinden, erzeugte vielmehr ein wahrhaft künstlerisches 
Bestreben, aus welchem sehr originelle, anziehende und 
mannigfaltige Erlindungen hervorgingen und das fast jeder 
Kirche ein eigenthümlichcs Interesse verleihet. 
Unter den jetzt erhaltenen ist (lie von Bronnbach bei 
Wertheim eine der ältesten und merkwürdigsten. Das 
Kloster wurde im Jahre 1151 und zwar als Filiale von 
Maulbronn gegründet, und erhielt sofort bedeutende Schen- 
kungen der Grafen von Wertheim und des Erzbischofs 
von Mainz. Ueber die Vollendung der Kirche besitzen Wir 
keine Nachrichten, indessen wird man nicht fehlen, wenn 
man sie bald nach 1174 setzt Es ist ein ansehnlicher 
i") Nachrichten über die Geschichte des Klosters geben Mone 
(Schriften des Badener Alterthums-Vereins, Karlsruhe 1849, Band II, 
S. 307-386, und Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Karls- 
ruhe 1851, Band II, S. 291 ff.) und Aschbach, Geschichte der Grafen 
von Wertheim, 1843, im zweiten Bande. Für unseren Zweck ist aus 
den vielen, von beiden mitgetheilten Urkunden zu bemerken, dass nach 
einem Memoriale des um 1170 lebenden Abtes Diether von Maulbronu 
(Nro. IV und IX bei Aschbaeh] der Bau des Klosters von Bronnbach, 
(in den Urkunden auch Brunnebach und Burnebach genannt] im Jahre 
1157 begann. Wahrscheinlich noch vor der Vollendung der Kirche 
entstand indessen ein Zwiespalt im Kloster, weil der Abt Reginhard 
sich in dem Streite zwischen Kaiser Friedrich und Papst Alexander III. 
für den ersten erklärte, obgleich der gesammte Cistercienserorden die 
Partei des Papstes ergriffen hatte. Dies veranlasste Widerstand der
        

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