Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956985
Chorschluss. 
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derts abgebrochen, hatte auf dem Mittelschitfe eine halb- 
kreisförmige Concha, dagegen auf den Ostseiten des Kreuzes 
mehrere rechtwinkelige Kapellen i). Auch die Tochter- 
klöster dieser ersten Stiftungen hielten sich keinesweges 
ängstlich an das Vorbild des Mutterklosters. 
Deutschland stand vorzugsweise in Verbindung mit 
Morimond, dessen erster Abt, Arnold, ein Deutscher und 
Bruder des damaligen Erzbischofsm Friedrich I. von Köln, 
im Jahr 1122 selbst nach Köln pilgerte und durch seine 
Predigt die Gründung des ersten deutschen Cistercienser- 
klosters Campen (Alt-Camp) bei Köln und die Bekeh- 
rung einer grossen Zahl von Deutschen bewirkte, die ihm 
nach Morimond folgten. Bald darauf erwarb Morimond 
ein höchst bedeutendes Mitglied. Otto, Sohn des Mark- 
grafen Leopold von Oesterreich und Oheim des nachherigen 
Kaisers Friedrich I., als Geschichtschreiber unter dem Na- 
men Otto von Freisingen wohl bekannt, trat auf seiner 
Rückreise von der hohen Schule zu Paris mit seinem Bru- 
der Conrad und mehreren Söhnen deutscher fürstlicher und 
gräflicher Iläuser in das Kloster, welches er demnächst 
von 1131 bis zu seiner Berufung auf den bischöflichen 
Stuhl von Freisingen im Jahre 1138 als Abt leitete. 
Gleichzeitig legte ein anderer fürstlicher Gast in Morimond 
das Gelübde ab. Graf Eberhard von Berg wurde, wie es 
in dieser bewegten Zeit so häufig geschah, in der Mitte 
eines kriegerischen Lebens von heftiger lteue- ergriffen. 
Er wallfahrtete im Bussgewande zu mehreren heiligen, 
Stätten, langte endlich auf einem der Meierhöfe von Mo- 
rimond 'an und unterzog sich hier dem demüthigen Ge- 
Ü Dubois, Histoiro de Pabbaye de Morimond, 1852, S. 194, 
gißbt diese Nachrichten theils nach den an Ort und Stelle aufgefun- 
denen Spuren, theiis nach Zeichnungen, welche bei Gelegenheit einer 
Reparatur im Jahre 1475 aufgenommen und noch im Archive des De- 
Partements der Haute-Marne erhalten sind. 
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