Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956978
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Cistercienserkirchen. 
füglich in der Nähe des im westlichen Theile der Kirche 
versammelten Volkes geschehen und erforderte die Anbrin- 
gung vieler gesonderter und abgelegener Kapellen. Man 
zog daher die ersten Abtheilungen des Langhauses zum 
Chordienste hinzu, behielt mithin das Kreuzschitf geschlos- 
sen und legte entweder hier oder an dem Chore selbst jene 
Kapellen an. Dabei wurde aber die bei den Cluniacenser- 
klöstern und an den Kathedralen gebräuchliche Anlage des 
reichen, radianten Kapellenkranzes als zu künstlich und 
prachtvoll anfangs verschmäht; man hatte vielmehr eine 
Vorliebe für den rechtwinkeligen Chorschluss, als für die 
schlichteste Art, und suchte jenes Bedürfniss vieler Ka- 
pellen mit der gewohnten Einfachheit zu vereinigen. Dies 
erzeugte mannigfaltige Formen, von denen aber keine zur 
Vorschrift oder maassgebenden Regel erhoben wurde, so 
dass auch der halbkreisförmige Schluss und im dreizehnten 
Jahrhundert selbst der volle Kapellenkranz häufig ange- 
wendet wurde. Schon die ersten Mutterklöster wichen in 
dieser Beziehung von einander ab; Citeaux schloss recht- 
winkelig mit einem niedrigen, gleichfalls rechtwinkeligen 
Umgange, Clairvaux und Pontigny halbkreisförmig mit 
neun, aber lllßllll polygonförmig hervortretenden, sondern 
gleichfalls einen Halbkreis bildenden Kapellen, zu welchen 
zwei rechtwinkelige Kapellen auf der Ostseite jedes Kreuz- 
armes kamen  Morimond, im Anfange dieses Jahrhun- 
fasser der Brevis notitia Monasterii B. M. V. Ebracensis (Romae1739), 
jedenfalls ein Cistercienser, erklärt S. 34 diese Kapelleuanlage: ea 
commoditate, ut si qui secretius orare velint aut celebrare Sacerdotes, 
a nullo prorsus conspiciantur. 
g) Grundrisse oder Ansichten aller drei Kirchen bei Violet-le-Due 
a. a. O. S. 270, 267, 272. Die Kirchen von Citeairx und Clairveaux 
existiren nicht mehr, die von Pontigny soll von fast puritanischer Ein- 
fachheit sein. Von den Formen und dem Bestehen von 1a Ferte habe 
ich keine Kunde.
        

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