Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956901
Seine 
landwirthschaftliche 
Richtung. 
411 
Reichthums 
entziehen. 
Sie 
wählten 
deshalb 
Einöden 
ZU 
ihren Niederlassungen, aber sie konnten unter dem rauhen 
nordischen Himmel nicht wie die Anachoreten der ersten 
Jahrhunderte 
Höhlen 
wohnen 
und sich von den Früchten 
ernähren, welche die Natur ihnen freiwillig bot. Sie muss- 
ten also darauf bedacht sein, Hütten und Häuser zu er- 
richten und den Boden zu bebauen. Ihre 'l'hätigkeit wurde 
daher eine landwirthschaftliche, ihrem Eifer gelang es, die 
wildesten und undankbarsten Stellen in fruchtbares Acker- 
land und VViesen zu verwandeln. Diese Arbeit sollte aber 
nicht bloss zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse die- 
nen; sie wollten auch die Mittel zu Werken der christ- 
liehen Liebe, zum Unterhalte der Bedürftigen und der 
Wanderer erwerben, Welche an ihre Thiir klopften. Sie 
durften also die Regeln einer geordneten Wirthschaft nicht 
versehmähen, und dies machte wiederum mancherlei Ein- 
richtungen nöthig. Sobald sich das Gebiet durch Schen- 
kungen und Rodungen ausgedehnt hatte, war es nicht 
mehr thunlich, die entfernten Ländereien von dem Kloster 
aus zu bebauen. Man legte daher Meierhöfe (grangiae) 
in einiger Entfernung von demselben an, auf welchen die 
Wirthschaft durch dazu bestimmte Mönche betrieben wurde. 
Dieser Umfang der Geschäfte setzte auch eine 'l'heilung 
der Arbeit voraus. Die Brüder unterschieden sich daher in 
zwei Klassen, in solche, welche eine höhere Bildung hatten 
und das feierliche Gelübde ablegten (professi), und in 
solche von minder feierlichem Bekenntnisse (conversi) k), 
welche bei übrigens gleichen Rechten und Pflichten sich 
mehr den körperlichen Arbeiten des Aekerbaues, der V ieh- 
i") Der Eintritt in den Orden wurde Bekehrung (conversio) ge- 
nannt und das Gelübde lautete: Ego promitto stabilitatem, conversio- 
nem et obedientiam secundum regulam St. Benedicti. Daher der Name 
Conversi.
        

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