Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956885
Entstehung 
des 
Ordens. 
409 
Burgund aus, dessen Verfassung selbst aus einem ähn- 
lichen Bestreben hervorgegangen War, das aber auf dem 
Gipfel der Macht und des Reichthums strengeren Ansprü- 
chen nicht mehr genügte. Dies war die Veranlassung, 
dass Robert, ein eifriger Cluniacenser-Mönch, sich mit 
mehreren Gleichgesinnten zuerst in die Wüste von M0- 
lesmes, dann im Jahre 1098 in die noch rauhere, wie die 
Beschreiber sagen, nur von wilden Thieren bewohnte Ein- 
öde von Citeaux zurückzog. Auf päbstliehen Befehl 
musste er zwar zu der verlassenen Heerde von Molesmes 
zurückkehren, aber seine Gefährten setzten ihr Einsiedler- 
leben zuerst unter der Leitung seines Nachfolgers "Alberich, 
dann unter der des Engländers Stephan Harding fort. Es 
gelang ihrem angestrengten Fleisse, den Wald zu lichten, 
den sumpiigen Boden in fruchtbares Ackerland zu verwan- 
deln, und nach wenigen Jahren hatte der Ruf ihrer Fröm- 
migkeit ihnen so viele Genossen zugeführt, dass es nicht 
rathsam schien, sie in denselben Mauern zu behalten. Eine 
Kolonie wurde daher ausgesendet, welche sich nicht gar 
weit davon wiederum in einer waldigen Einöde niederliess, 
und der neuen Stiftung den Namen Firmitas (la Ferte) 
gab. Schon im folgenden Jahre (11-14) wurde in entfern- 
teren Gegenden der Wunsch nach so frommen und nütz- 
lichen Bewohnern rege, und eine neue Kolonie in Pon- 
figny (Pontis nidus) gegründet. Bald darauf (1115) er- 
folgten sogar zwei solche Entsendungen, nach Clairveaux 
(Clara vallis] und Morimond (Mors mundi), jene unter 
der Leitung des berühmten Mannes, der später die Zierde 
des Ordens wurde, des heiligen Bernhard. Wie Citeaux 
selbst wuchsen auch diese, wie man sie nachher nannte, 
vier ältesten Töchter, und bald waren auch sie in der Lage 
wegen eigener Uebervölkerung oder nach den Aufforde- 
rungen, welche man an sie richtete, neue Kolonien zu ent-
        

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