Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956847
Mark 
Brandenburg. 
405 
eigenthiimliche Verzierung von kleinen fensterähnlichen 
Oeifnungen hin, die in ihrer Wirkung einigermaassen an 
die Zwerggallerien der rheinischen Kirchen erinnert. Be- 
merkenswerth  ist auch die Form der Fenster im .Ober- 
schiffe und in den Kreuzarmen. Sie sind nämlich gross 
und zweitheilig, so jedoch, dass das Bogenfeld zwischen 
den kleineren und den sie umschliesseuden grösseren Bögen 
undurchbrochen ist. Sie geben daher ungefähr die Form, 
Welche in anderen Gegenden auf die Bildung der Maass- 
werkfenster hinwirkte. Auch die Nicolaikirche _zu 
Treuenbriezen, kreuzförmig mit Nischen auf Chor und 
Kreuz und durchgängig gewölbt, zeigt ein ähnliches Be- 
streben nach reicherer Ausstattung, indem die Lisenen an 
der Chornische kannellirt und die gekuppelten Fenster der 
Kreuzseite durch zierliche, aus vor- und zurücktretenden 
Steinen gebildete Archivolten bekrönt sind. Sie mag, da 
sie schon in einzelnen Theilen Spitzbögen zeigt, im Anfange 
des dreizehnten Jahrhunderts entstanden sein St). 
Sehr merkwürdig ist die Klosterkirche zu Arendsee 
in der Altmark (1184), weil auch sie zeigt, wie die An- 
wendung von Ziegeln die Wölbung beförderte, aber zu- 
gleich auch zu Versuchen und Neuerungen antrieb. Hier 
ist nämlich der Chor mit glatten Kreuzgewölben, jedes 
Seitenschiff mit einem Tonnengewölbe, das Mittelschiff und 
der Querarm aber mit Kuppeln gedeckt. Man sieht, der 
Baumeister versuchte sich in mannigfaltigen Wölbungsarten 
und scheute auch die ungewöhnliche Kuppelform nicht. 
Auch in Mecklenburg und den anstossenden Land- 
schaften linden wir eine Reihe rundbogiger gewölbter Kir- 
chen, deren Ursprung in das letzte Viertel des zwölften 
Jahrhunderts fällt. Dahin gehört der Dom zu Ratzeburg, 
dessen Gewölbe zwar in spätgothischer Zeit erneuert sind, 
Puttrich II  
Serie 
Jüterbog, 
Taf. 
27 und 35.
        

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