Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956810
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Nördliches 
Deutschland. 
tete, an den Styl der älteren deutschen Provinzen anschlos- 
sen. Auch die Wölbung kam noch keinesweges sogleich 
in Aufnahme, man begnügte sich vielmehr, wie es bis 
zum Schlusse des zwölften Jahrhunderts im östlichen 
Deutschland meistens geschah, mit gerader Decke. Dies 
zeigt die älteste der noch erhaltenen Kirchen der Mark 
Brandenburg, die Kirche des Prämonstratenserklosters zu 
Jerichow k), welche um 1152 angefangen wurde. Es 
ist eine Basilika mit höherem Mittelschiffe und Querschiffe, 
nur in der Krypta und in der runden Chornische gewölbt, 
die Aussenwand mit senkrechten rechtwinkelig vorsprin- 
genden Lisenen und mit dem Rundbogenfriese ausgestattet. 
Ausser den Basen und Kapitälen der Krypta und den Deck- 
platten auf den Säulen des Schiffes ist alles in Ziegeln 
ausgeführt. Die Kapitale des Langhauses haben schon hier 
jene eckige Würfelgestalt, die Basis entbehrt des Eck- 
blattes. Der ganze Bau ist zwar höchst einfach, giebt aber 
die feierliche und doch harmonische Wirkung, welche auch 
bei den späteren Wandlungen des Styles den Gebäuden 
dieser Gegend blieb. Auffallend ist, dass man statt der 
damals in den Ländern des Hausteines üblichen Pfeiler 
freistehende Rundsänlen als Arcadeilträger anwendete, 0b- 
gleich ihre Herstellung in Ziegeln grössere Schwierigkeiten 
hatte. Vielleicht war das Vorbild eines älteren Klosters 
desselben Ordens bestimmend, vielleicht suchte 
Bewusstsein der Unvollkommenheit des Materials 
man im 
dem ein- 
fachen Bau wenigstens 
men zu geben w). 
in 
diesem 
Punkte 
zierlichere 
For- 
 Aussenansicht bei Strack und Meier-heim, architektonische 
Denkmale der Altmark. Nähere kritische Beschreibung bei v. Quast in 
dem angeführten Aufsatze. 
"j F. v. Quast, a. a. 0., legt den Ton darauf, dass man hier 
eine älte re, in den Hausteinbauten bereits aufgegebene Form gebraucht 
habe, und bringt dies in Verbindung mit seiner Ansicht, dass der
        

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