Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956555
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Rheinischer 
Uebergangsstyl. 
Luft erhält, und so den Anforderungen, welche man an 
diese Gänge machte, entspricht. Er scheint die früheste 
 der erwähnten Anlagen; die Ka- 
pitäle, schlank und üppig ausla- 
dend, sind bei massiger Ausfüh- 
   rung in ungünstigem Material 
 überaus reich und nach einem 
 gewissen Rhythmus wechselnd 
Ä mit mannigfachen, aber durchweg 
 romanischen Motiven verziert, die 
  flache, über die Plinthe hinaus- 
ii iiii ragende Basis gleicht der in der 
Kreuzung m Aschaffenburg Kirche zu Gelnhailsen. Noch 
auffallender ist die Ueberhöhung 
des Bogens an der Sakristeilhüre des Mainzer Domes, 
welche wahrscheinlich gleichzeitig mit dem YVestchor um 
1230  1236 gebaut wurde und in ihren schlanken Ver- 
hältnissen, sowie in der Bildung der Säulenfüsse schon 
eine Weitere Annäherung an die Tendenzen des gothischen 
Styls zeigt. Auch am Portal der Leonhardskirche, an 
welchem die Kapitäle mit würfelartiger Ausladung auf 
schlanken) Halse, die reichverzierten und Weit vorragenden 
Deckplatten, die Rankengewinde noch völlig dem spätro- 
manischen Style angehören, verräth die eigenthümliche Bil- 
dung der Säulenstämme und des achtseitig kannellirten 
Säulenfusses dasselbe Bestreben nach schlankeren Verhält- 
nissen und nach einem mehr organischen Ilervorwachsen 
der oberen Theile aus den unteren. 
S0 
sehen 
wir 
also 
die 
rheinische 
Bauschule 
VOII] 
ginn des dreizehnten Jahrhunderts bis um 1240 in einer 
rüstigen und erfreulichen Thätigkeit; überall sind neue Ge- 
bäude erstanden oder ältere verschönert. Die Mehrzahl der 
malerischen 
Kirchen, 
Welche 
die 
Ufer 
oder Nebenthäler des
        

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