Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956518
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Rheinischer 
Uebergangsstyl. 
Vierung des Kreuzes darstellt, dessen andere Seiten aber 
in flache, durch je drei Seiten des Achtecks gebildete Ni- 
sehen ausladen. Es ist gewissermaassen eine concentrirte 
Anwendung des Gedankens kreuzförmig verbundener Con- 
chen, wie er an den Kölnischen Kirchen im Grossen durch- 
geführt War, auf die neben ein rechteckiges Querschiß ge- 
stellte Chemische. Ungeachtet dieser Künstliehkeit der 
Anlage ist die Ausführung sehr derb; eine unverzierte 
Mauer, mit langgezogenem rundbogigen Fenster auf jeder 
Polygonseite, mit einer Zwerggallerie von ziemlich ge- 
drückten Verhältnissen, dabei aber mit völlig ausgebildeten 
Strebepfeilern. 
Wie es scheint, durchkreuzten sich in diesen Gegenden 
verschiedene Einflüsse. Die imposante Erscheinung der 
alten Dome von Mainz und Speyer reizte zur Nachahmung, 
Während man doch auch mit dem zierlichen Style der nörd- 
lichen Rheingegend wetteifern wollte und andererseits von 
dem neuaufkommenden französischen Systeme entlehnte. 
Dieses Schwanken erkennt man an dem Dome zu Worms, 
welcher, im Jahre 1181 geweiht, im Ganzen noch die 
Gedanken jener älteren Nachbardome verfolgt, dabei aber 
in den Details Weichliche Linien und eine unharmonische 
Decoration zeigt. Nur die Weiter unten zu erwähnende 
schöne Klosterkirche zu Otterberg bei Kaiserslautern hat 
sehr reine und harmonische Formen und bildet eine Aus- 
nahme von jener Regel, die sich aber völlig dadurch er- 
klärt, dass das Kloster dem Cistercienserorden angehörte, 
dessen architektonische 'l'raditi0nen es dem Einflusses des 
localen Styls entzogen. 
In feinerer Durchbildnng erscheint der rheinische Styl 
in den zur Mainzer Diöcese gehörigen, auf der rechten 
Seite des Stromes gelegenen Gegenden, namentlich in der 
von seinen Ufern schon ziemlich entfernten Hauptkirche zu
        

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