Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956507
am 
Oberrhein e. 
371 
er ausgegangen war, verhältnissmässig frühe Verbreitung, 
behielt aber auch seine schwere und einfache Gestalt. S0 
finden wir ihn an einigen Dorfkirchen des Darmstädtischen 
Gebietes, in Oberwerba, Battenfeld, Bromskirchen "Ü, mit 
schweren viereckigen Pfeilern, runden Seheidbögen und 
Fenstern, aber spitzbogigen Gewölben. Bei reicheren Ge- 
bäuden wandte man aber auch die Zierformen des nieder- 
rheinischen Styls an. Ich habe schon erwähnt, dass die 
prachtvolle Ausstattung, welche der Dom zu Speyer durch 
eine und zwar um das ganze mächtige Gebäude umher- 
laufende Gallerie erhielt, der Herstellung nach dem Brande 
von 1159 zuzuschreiben ist. Gleichen Schmuck hat auch 
der Dom zu Worms an seiner westlichen, polygonen 
Nische M3), die Paulskirche daselbst dem?) an ihrer ähn- 
lichen östlichen, jener zugleich mit kreisrunden Fenstern, 
deren rosetterlartige Verzierung schon an gothisches Maass- 
werk erinnert. An dem westlichen Chore des Domes zu 
M ainz, der nebst (leln den-anstehenden Qnerschilfe bald 
nach 1200 angefangen, 1239 geweiht ist , liegt unter 
der Zwerggallerie auch der Felderfries. Der Chor selbst 
hat eine sehr künstliche Anlage, indem er aus einem Qua- 
drate besteht, dessen eine Seite den Zugang nach der 
m) Abbildungen in dem vom hessischen Vereine für die Aufnahme 
mittelalterlicher Kunstwerke herausgegebenen Werke, Lief. 1. 
M] Moller I, Taf. 18. 
 Abbildungen in M0ller's Denkmälern Bd. 2, F. v. Quast in 
seiner angeführten Schrift über die romanischen Dome zu Mainz, Speier 
und Worms S. 52, weist eine alte Nachricht nach, zufolge welcher im 
Jahre 1261 bedeutende Reparaturen (a fundamentis) stattgefunden ha- 
ben. Jedenfalls bezieht sich dies (nach der eigenen Annahme v. Quasfs] 
nur auf den westlichen Vorbau, nicht auf die schöne Kirche selbst, 
Welche im ersten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts entstanden sein 
möchte. 
T] Vgl. Wetter S. 33, und v. Quast a. a. O. Kallenbaeh Taf. 
25, 26. 
24 5'
        

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