Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956484
Annäherung 
3B 
den 
gothischen 
Styl. 
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oder sechstheiligen Gewölbe behandelt sind, indem stärkere 
Pfeiler, an welchen eine pilasterartige, von schlanken Eck- 
säulchen begleitete Vorlage einen ähnlich gebildeten breiten 
Quergurt trägt, mit schwächeren Pfeilern wechseln, welche 
die glatte Fläche zeigen, und oberhalb deren am 'l'riforium 
ein kleiner Dienst aufsteigt, der nur eine gothisch protilirte 
Gewölbrippe Iuiterstützt. Sehr eigenthiimlich ist auch das 
übrigens blinde Triforium, indem es aus lauter vereinzelten, 
nicht dicht aneinander gereiheten Arcaden besteht. Offen- 
bar diente die neue Ausstattung des Langhailses der Apo- 
stelkirche, welche der nach der Nachricht des Gelenius 
im Jahre 1'219 vollendeten Ueberwölbung vorhergegangen 
War i), hier zum Vorbilde, nur dass man statt der sechs- 
theiligen Gewölbe des älteren Baues verbundene Doppel- 
gewölbe, statt des rundbogigen Triforiums spitze Arcadeil 
anbrachte, die man, Weil sie den Raum nicht füllten, aus- 
einanderrückte. Auch das Langhaus der alten St. Mar- 
tinskirche erhielt eine neue Bekleidung des Inneren, indem 
man über den rundbogigen Scheidbögen ein Triforium von 
Spitzbögen auf gekuppelten Säulchen anbrachte, und zu- 
gleich ein reiches mit Ringsäulen, romanischen Verzierungen 
und kräftigen spitzbogigen Archivolten verziertes Westpor- 
tal. Noch stärker ist die Hinneiginig zum gothischen Style 
an den Klostergebäuden der Abtei Rommersdorf  
Welche unter dem von 1214 bis 1236 regierenden Abte 
Bruno erbaut sind. Die Säulen des Kapitelsaals haben 
i") Lassaulx, a. a. O. S. 491, bezieht die im Jahre 1919 erfolgte 
Ueberwölbung nur auf den Chorraum, weil die Gewölbe des Langhauses 
jünger zu sein schienen. Allein die bei Gelegenheit der Ueberwölbung 
bewirkte Verstärkung der Pfeiler durch aufsteigende Halbsäulen mit 
Würfelkapitälen und das damit in Verbindung stehende rundbogige Tri- 
fßrium entsprechen zu sehr der Zeit von 1219, als dass man nicht an- 
nehmen sollte, dass jene Nachricht sich auch auf die Einrichtung des 
Langhauses für Gewölbe bezogen haben sollte. 
 Vgl. auch hier Boisseree a. a. 0. Taf. 57, 58. 
V. '24
        

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