Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956477
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Rheinischer 
Uebergangsstyl. 
bung des Langhauses anschloss. Die Details sind in allen 
diesen Gebäuden noch im Wesentlichen dieselben, wie in 
St. Quirin in Neuss, die Gewölbe und Arcaden spitz, die 
Fenster rundbogig oder fächerförmig, das Irmere mit dun- 
kelen Marmorsäulen, das Aeussere mit dem Rundbogen- 
fi-iese verziert. Aber gothische Profile und Gliederungen 
kommen schon häufiger vor und diese verschiedenen, theils 
romanischen theils gothischen Elemente sind harmonischer 
verschmolzen, so dass das Ganze mehr den Eindruck des 
gothischeix als des romanischen Styls macht, nur freilich 
in anderer Weise als in den frühgothischen Gebäuden 
Frankreichs. Während in diesen die constructive Tendenz 
sich durch höchst solide und selbst schwere Gliederung 
fühlbar macht, war man am Rheine sofort für die male- 
rische Wirkung des Spitzbogens empfänglicher, suchte ihr 
entsprechend auch die mit den Spitzbögen in Verbindung 
stehenden Theile schlanker und zierlicher zu bilden, und 
wurde dadurch in der ohnehin schon vorherrschenden de- 
corativen Tendenz nur noch mehr gesteigert. Ein sehr 
auffallendes Beispiel hietiir ist die Klosterkirche Sion zu 
Köln, im Jahre 1221 gegründet und, obgleich schon vor 
längerer Zeit abgebrochen, uns durch die von Boisseree 
publicirteil Zeichnungen Wohl bekannt  Man kann sie 
als eine einfache, spitzbogige Pfeilerbasilika betrachten, an 
deren glatter, nicht einmal durch Kämpfer oder Gesimse 
unterbrochenen inneren Wand die ganze mit dem Gewölbe 
verbundene und durch dunkelen Marmor belebte Architektur 
nur angelehnt, gleichsam angeklebt ist. Das ganze Mittel- 
schiff ist nämlich von fünf Kreuzgewölben bedeckt, von 
denen das erste gesondert, gleichsam eine der Chornische 
entsprechende Vorhalle bildet, die vier anderen aber paar- 
weise verbunden und gewissermaassen wie die quadraten 
"l Boisseräe, Denkmale der Baukunst am Niederrhein Taf. 64-66.
        

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