Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956469
Das 
Münster 
Zll 
Bonn. 
367 
Strebebögen, Welche in Ermangelung von Strebepfeilern 
auf den starken Wandpfeilern der SeitenschiEe ruhen. Im 
Innern sind die Gewölbe spitzbogig, die Arcaden noch 
halbkreisförmig, aber weit und kühn geschwungen, die 
Pfeiler kräftig gebildet, mit hochhinaufgehenden Diensten 
im Mittelschilfe, mit Bündelsäulen auf ihren anderen Seiten. 
Ueber ihnen zieht sich ein Triforium mit Rundbögen glei- 
cher Höhe. Die Oberlichter bestehen unter jedem Gewölbe 
aus drei halbkreisförmig gedeckten Fenstern, von denen 
das mittlere höher und vor denen ein mit Säulen ge- 
Schmückter Umgang angebracht ist. Das Ganze ist reich 
verziert, hell beleuchtet, kräftig und würdig und theilt die 
Vorzüge des gothischen Styls, ohne ihm bestimmt anzu- 
gehören  Das Hauptportal, in das nördliche Seitenschiff 
führend, ist dagegen schon völlig frühgothisch, mit tief- 
gegliedertem Spitzbogen und mit den kleineren diesem Styl 
zusagenden Kapitälen. Das Langhaus der Klosterkirche zu 
Sayn, deren im Jahre 1202 erbautes Kreuzschiff schon 
erwähnt ist, soll dem dieses Münsters sehr gleichen M). 
Andere gleichzeitige und verwandte Bauten sind die 
Stiftskirche zu Gerresheim bei Düsseldorf, über deren Bau- 
zeit die Nachrichten fehlen, dann das Langhaus und der als 
Concha angelegte nördliche Kreuzarm der St. Andreas- 
kirche zu Köln, welche nach dem Brande von 1220 er- 
neuert wurden Wg), endlich das westliche Querschiff der 
Apostelkirche daselbst, dessen Entstehung wahrschein- 
lich sich gleich an die im Jahre 1219 erfolgte Ueberwöl- 
Ü Eine gute Abbildung des Innern in Ohapugfs Moyen age mo- 
numental nro. 206. Eine Aussenansicht bei Boisseree a. a. O. Taf. 56. 
m") Kugler, kl. Sehr. II, 216, welcher an einer anderen Stelle 
darauf hinweist, dass es Grafen von Sayn waren, welche als Pröpste 
des Bonner Stiftes den dortigen Bau leiteten. 
 Wie dies Caesarius von Heisterbach a. a. O. lib. 10, e. 27 
als Zeitgenosse erzählt. Nähere Beschreibung bei Kugler a. a. O. S. 203.
        

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