Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956425
Kapelle 
Zll 
Ramersdorf. 
363 
offenbar um bei der geringen Höhe des Ge- 
bäudes das Licht mehr von oben zu erhalten. 
Die durch die Schaftringe der Säulen und die 
Consolen an den Wänden angedeutete Linie 
wiederholt sich im Chore als Gesims der 
Fensterbrüstung. Die Rippen sind noch rund 
protilirt, der Spitzbogen findet nirgends eine 
Stelle, es lässt sich mithin keine Spur der 
Einwirkung des gothischen Styls aufzeigen, 
aber das ganze kleine Gebäude macht schon 
den Eindruck des Heiteren rmd Sehlanken, 
der diesen Styl sonst von romanischen Bau- 
ten unterscheidet. Wir werden nicht irren, 
in die ersten Jahre des dreizehnten Jahrhun- 
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wenn wir ßS 
derts setzen  
Die Mehrzahl der rheinischen Uebergangsbauten scheint 
etwas jünger, im zweiten oder doch gegen des Ende des 
ersten Viertels des dreizehnten Jahrhunderts entstanden. 
Unter ihnen will ich zuerst wieder eine Kapelle nennen, 
die nicht bloss wie die zu Ramersdorf durch ihre Zierlich- 
keit, sondern auch durch sichtbares Streben nach Eleganz 
bei mässigen Mitteln überrascht. Es ist die St. Mathias- 
Kapelle zu Kobern an der Mosel, zufolge Lassaulx Ver- 
muthung in Folge des Erwerbes einer bedeutenden Reli- 
quie durch die Burgherren bald nach 1218 erbaut WF). Sie 
hat im Grundrisse eine sechseckige Gestalt; in der Mitte 
steigt eine hohe Kuppel von geringem Durchmesser auf, 
i") Vgl. Näheres in meinem Aufsatze in KinkePs Tasehenbuehe: 
Vom Rhein, und im Domblatt 1847. Der verstorbene v. Lassaulx hat 
das Architektonische mit allen Details in sehr zweckmässiger Weise 
ßllf einem radirten Blatte dargestellt, das jedoch nicht in den Handel 
gekommen ist. 
81') v. Lassaulx, die Mathiaskapelle zu Kobern. Koblenz 1837. 
Vgl. auch Kugler a. a. O. S. 216.
        

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