Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956409
Klosterkirche 
Zll 
Brauweiler. 
361 
Streben nach Reichthum und Effect paart. Die Chemische 
ist mit lauggezogenen Säulchen, ähnlich wie die der Mar- 
tinskirche in Köln, geschmückt und wird später als (lißSß 
entstanden sein. Dagegen ist die Sculptur der Kapitäle, an 
denen zum Theil kleine Figuren kariatydenartig die Deck- 
platten tragen, und die Anordnung eines Triforiums mit 
verschiedenartigen Bögen auf bald niedrigeren, bald höheren 
Säulenstämmen sehr ungewöhnlich, und deutet auf eine 
Zeit, wo dieser rheinische Uebergangsstyl noch nicht die 
Reife hatte, die er im zweiten Decennium des dreizehnten 
Jahrhunderts erlangte  
Ein sehr ausgezeichnetes, aber einigermaassen räthsel- 
haftes Gebäude dieser Zeit ist die Taufkapelle der Stifts- 
kirche St. Georg zu Köln. Sie liegt innerhalb eines 
gewaltigen Thurmes von vortrefflich behauenen Quadern, 
der auf der Westseite der Kirche aufsteigt, und besteht 
aus einem quadraten, mit einem Kuppelgewölbe gedeckten 
Raume, dessen Wände unten durch reich gegliederte und 
mit Säulen umstellte Nischen (auf jeder Seite eine grössere 
zwischen zwei kleineren), oben durch einen neben den 
breiten rundbogigen Fenstern nmherlaufenden Umgang be- 
lebt sind. Alles ist darin von vollendeter Ausführung und 
edelster Haltung. Das burgartige Ansehen der glatten, 
undurchdringlichen Mauern dieses Gebäudes hat die Sage 
veranlasst, dass Erzbischof Anno es in feindlicher Absicht 
errichten lassen, dadurch aber den Argwohn der Bürger 
 Kugler, e. e. O. S. 200, will den ganzen Bau in die Zeit 
nach einem Brande setzen, der unter dem 1'226 verstorbenen Abte Go- 
desmann stattfand. Die Willkür und Rohheit der Formen und der 
Mangel des Spitzbogens im Hauptkörper des Gebäudes machen (abge- 
sehen von den später erneuerten Gewölben) eine so späte Entstehung 
unwahrscheinlich. Die Quelle, aus welcher Ristelhüber (Beschreibung 
des Arbeitshauses zu Brauweiler), von dem die Notiz über den erwähnten 
Brand herrührt, sie entlehnt, habe ich nicht aufzufinden vermocht.
        

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