Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956398
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Rheinischer 
Uebergangsstyl. 
nien des zwölften Jahrhunderts verweisen, so gehört doch 
das Schilf entschieden schon dem dreizehnten Jahrhundert, 
die Ueberwölbung selbst erst der Zeit gegen die Mitte 
desselben an k). Sehr schön ist das südliche Portal, rund- 
bogig, mit zwei durch die vorspringende Ecke getrennten 
Säulen auf jeder Seite, mit reich verzierten Kapitälen und 
Archivolten, und dem von Engeln getragenen Christus in 
der Glorie. Sehr ähnlich ist das Portal der kleinen Kirche 
St. Maria in Lyskirchen in Köln, einer einfachen ro- 
manischen Pfeilerbasilika mit Emporen und spitzbogigem 
Gewölbe, nur ist hier die Sculptur des phantastischen 
Blattwerks bedeutend edler und wahrhaft ausgezeichnet 
ausgeführt. Der Spätzeit des zwölften oder den ersten 
Jahren des dreizehnten Jahrhunderts mag unter Anderem 
die obere Chorhaube von S. Maria im Kapitol, deren 
Ausstattung sich noch an die der Apostelkirche anschliesst, 
der Ausbau des Langhauses von St. Pantaleon in Köln, 
die noch in ziemlich strengem Style erbaute Klosterkirche 
von Knechtstäden bei Neuss, auch wohl endlich noch 
die mächtige Kirche der Abtei Brauweiler bei Köln an- 
gehören. Aus dem uns berichteten Bau von 1161 kann 
hier nur die Krypta herstammen, während der Oberbau gin 
ursprünglich auf Gewölbe angelegtes Werk des Ueber- 
gangsstyls ist, an dem sich die Derbheit, ja selbst Roh- 
heit der Ornamente, welche man in rheinischen Bauten 
dieser Zeit oft findet, in eigentl-iiimlicher Weise mit einem 
1') Nähere Beschreibung und Profile bei Kugler kl. Sehr. II, 212. 
"Vgl. Lassaulx a. a. 0. S. 474. Das Conversationslexicon für bildende 
Künste und Otte (Kunst-Archäologie S. 70] nennen die Jahre 1198- 
1206 als Erbauungszeit, während Boisseree a. a. O. S. 26 sie nur als 
die des Krieges anführt, nach welchem die Kirche gebaut sein möchte, 
Iwas denn auch, da Caesar von Heisterbach Andernach ausdrücklich zu 
den abgebrannten Städten zählt. hier zuzugeben ist. Abbild. bei Bois- 
seree Taf. 44  48. Mertens, in seinen Tabellen, setzt den Chor auf 
1120, was viel zu früh sein dürfte.
        

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