Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956349
Die 
Kirche 
ZU 
Heisterbach. 
355- 
in dessen Mitte sich aber noch ein zweites, zwar nicht 
vortretendes, aber doch durch seine Höhe und die grössere 
Breite der Arcade bezeichnetes Querschilf befand St). Die 
Wände der Seitenschilfe, wie gesagt ohne Strebepfeiler, bil- 
deten im Aeusseren zwei Stockwerke. Das untere, äus- 
serlieh mit einer kleinen Bedachung versehen, bestand aus 
einer fortlaufenden Reihe nach innen geöffneter Nischen, je 
zwei in jeder Travee und jede (wenigstens auf der Nord- 
seite, da auf der Südseite der daran anstossende Kreuz- 
gang es verhinderte) durch ein rundbogig geschlossenes 
Fenster beleuchtet. Auf dem Gewölbe dieser sehr kräftig 
gebildeten Nischen stand dann die leichtgehaltene und durch 
kreisförmige Fenster beleuchtete Wand des oberen Stock- 
werks, in welchem kleine, auf die Zwischenwände der 
Nischen gestellte Säulen das sehr künstlich gebildete, ge- 
gen das Mittelschiff strebende Gewölbe der Seitenschilfe 
trugen. Ueberdies waren unter dem Dache der letzten noch 
kleine Strebemauern angebracht, welche sich an die obere 
Wand über den Scheidbögen anlegteil und dieselbe also 
ebenfalls stützten. Während so die SeitenschiHe vermit- 
telst jener beiden Stockwerke eine verhältnissmiafssig grös- 
sere Höhe erhielten, die Scheidbögen also höher wie ge- 
wöhnlich lagen und die Pfeiler schlanker gebildet Wurden, 
war das OberschiH nicht bedeutend hoch, auch nur durch 
kreisförmige, rosetterlartig ausgebildete Fenster beleuchtet. 
Die Pfeiler trugen vermöge einer theils vom Boden auf- 
steigenden, theils auf einer Console ruhenden- Halbsäule, 
die Gewölbe. Ueber jedem Scheidbogen lag (einigermaas- 
sen ähnlich wie in St. Germer in der Picardie] je eine 
4') Vielleicht war dieses westliche Querschiü als Vorhalle für den 
ursprünglich nur bis hieher angeordneten Bau angelegt, und erhielt 
nur, als man später (etwa 1227) die Verlängerung beschloss, die Be- 
deutung eines Kreuzschiifes. 
23 i;
        

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