Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956290
350 
Rheinische 
Uebergangsbauten. 
Noch 
VOT 
dem 
Schlusse 
des 
Jahrhunderts 
waren 
wei- 
tere Neuerungen aufgekommen. Die Stelle, an der wir 
dies mit Bestimmtheit aufzeigen können, ist wiederum der 
Trierer Dom, der in der That eine fast vollständige Ar- 
chitekturgeschichte enthält, und zwar in seiner östlichen 
Chemische, Welche polygonförmig, mit finf Seiten des 
Zehnecks geschlossen, mit einem Rippengewölbe gedeckt, 
und mit Strebepfeilern besetzt ist. Die Ueberwölbung er- 
folgte erst unter dem Erzbischof Johann (1190 bis 1212), 
allein die Anlage des Chors in Polygongestalt und mit 
Strebepfeilern stammt aus der Zeit des bereits erwähnten 
Erzbischofs Hillinus (1152 bis 1169), und lässt, da sie 
das Rippengewivölbe voraussetzt, darauf schliessen, dass 
dieser ein solches beabsichtigt hat, dass es mithin schon 
um 1169 bekannt war. Uebrigens sind die Details dieses 
Bautheiles noch im Wesentlichen romanisch, die Bögen 
fast sämmtlich rund, die Säulenfüsse, die Deckplatten der 
Kapitale, die meisten Gesimse nach dem Vorbilde der atti- 
schen Basis gestaltet. Das Aeussere ist einfacher als an 
den erwähnten Kölnischen Kirchen, nur durch einen Rund- 
bogenfries und durch Gesimse, die auf theils einfachen, 
theils sogar als menschliche Köpfe gebildeten Consolen 
ruhen, in mehrere Stockwerke getheilt, oben mit der Gal- 
lerie und dem Plattenfriese Verziert; die Fenster sind von 
Würfelsäulell flankirt- Aber im Innern finden sich schon 
Gewölbträger auf Consolen und die Rippen des spitzbo- 
gigen Gewölbes sind nicht mehr in der früher üblichen 
gedrückten halbelliptischen Form, sondern als volle Rund- 
stäbe gestaltet und durch Ringe getheilt  
Von nun an kommen verschiedene Elemente des go- 
thischen Styles häufiger, aber vereinzelt und gleichsam zu- 
ü) Vgl. überall 
Tafel 4, 5, 6. 
Schmidt , 
Trierische 
Baudenkmale , 
Lieferung
        

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