Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956283
Martin 
und 
Apostel 
Zll 
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hältnisse zu den Conchen eine grössere Breite i), liess 
statt des Thurmes eine niedrigere achteckige Kuppel auf- 
steigen, und gewann dadurch Raum, die achteckigen 
Thürme, Welche dort dem Mittelthurme anlagen, frei em- 
porstreben zu lassen. Den unteren Theil dieser Thürme, 
der dort viereckig heraustritt, bildete er dagegen rund, so 
dass der Grundriss dieser östlichen Anlage aus den drei 
durch zwei runde Thürme verbundenen Concheil, mithin 
aus grösseren und kleineren Kreistheilen besteht, die leicht 
ineinander übergleiten und die Umkreisung durch die man- 
nigfachen Arcaden noch anschaulicher machen. Aus diesem 
unteren Theile Wachsen zunächst der Giebel der Vierung, 
dann die achteckigen 'l'hürmchen, endlich die mächtige 
Kuppel empor, diese wiederum von Arcaden und dem 
Plattenfriese umgeben, so dass dasselbe Motiv der Um- 
kreisung sich hier noch immer wiederholt. Die Höhen- 
verhältnisse dieser aufstrebenden Theile sind ihrer Stelle 
gemäss verschieden. Die Eckthürmchen, gleichsam durch 
den Druck zweier mächtiger Conchen auf den beschränkten 
Raum der kreisförmigen Basis hervorgetrieben, streben hoch 
hinauf, Während die Giebel, von denen jeder das Andrängeil 
nur einer der drei Conchen, und die Kuppel, Welche zwar 
die vereinte Einwirkung aller, aber auf den breiten Raum 
der Vierung darstellt, nur mässige Höhe erreichen. Der 
Gedanke des Umkreisens ist daher besser durchgeführt, 
das Centrum in der achteckigen Kuppel kräftiger, und doch 
die auftreibende Kraft durch die vier schlankeren Thürme 
anschaulicher ausgedrückt. Die Verhältnisse sind durchweg 
so glücklich gewählt, dass keine andere der später ilach 
ähnlichenl Plane gebauten Kirchen dieselbe Wirkung erreicht. 
i") In der Martinskirche wie in Schwarzrheindorf ist die Breite 
jener Räume dem Radius [und mithin der Tiefe) der Nischen gleich, 
in der Apostelkirohe dagegen bedeutend breiter, jener 15', diese 19' 7".
        

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