Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956232
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Rheinlande. 
besonders am Aeusseren, namentlich an Chornischen und 
Facaden durch allzugrosse Häufung von verschieden ge- 
stalteten Bögen mit wunderlichen Brechungen, Bingen, 
Verkröpfmigen bunt und unruhig. Indessen fallen (ljese- 
Mängel mehr in die Spätzeit, Während die älteren Gebäude 
ungeachtet ihrer Richtung auf malerischen Elfect die ruhige 
Würde des romanischen Styls in vollem Maasse behalten. 
Die Feststellung des Chronologischen dieser zahlreichen 
und durch ihre Variationen anziehenden rheinischen Bauten 
wird (ladurch erschwert, dass gerade dieser Styl wegen 
seiner decorativen Richtung sehr geneigt und geeignet war, 
bestehenden Mauern neuen Schmuck anzufügen, so dass sich 
Aelteres mit Neuerem mischt. Indessen haben wir doch 
eine hinlängliche Zahl von vollständig bekannten Beispielen 
für seine allmälige Entwickelung. 
Schon im Anfange dieser Epoche treten einzelne Züge 
dieser decorativen Tendenz hervor. S0 finden wir an der 
Concha 
und 
den 
'l'hürmen 
der 
Gereonskirche 
Köln, welche dem älteren Rundbau und dem durch Erz- 
bischof Anno im elften Jahrhundert angelegten Chore in 
den Jahren 1151 bis 1156 hinzugefügt sind k), in einem 
der Stockwerke die Ausfüllung des Blendbogeils durch 
einen Bogenkranz. In reinerem Style, selbst mit strenger 
Form, aber in reichstem Schmucke und schönsten Ver- 
hältnissen, ist die Concha des Münsters zu Bonn um 
1169 ausgeführt er), Welche von zwei mächtigen, pyra- 
midalisch verjüngten Thürmen eingeschlossen, mit den 
4') Dies ist durch v. Quast a. a. O. Heft X festgestellt. 
M) Die Grabschrift des in diesem Jahre verstorbenen Propstes 
Gerhard erwähnt zwar nur, dass er die Kirche multis aedificiis et lu- 
minibus geschmückt habe, indessen berechtigt die Stylverschiedenheit 
der einzelnen Theile des Münsters gerade diesen Theil mit jener Notiz 
in Verbindung zu bringen. Vgl. v. Quast a. a. O. Heft X, und Kugler 
k]. Sehr. II, 118.
        

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