Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956223
Entstehung 
des 
Uebergangsstyls. 
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attischen Basis, gebildet, und liessen den Gedanken zu,  
dass sie gleichsam zusammengewachsene Kapitale und Ba- 
sen aufeinander gestellter Säulen seien. Die Vorliebe für 
mannigfache Abtheilungen brachte es dahin, dass man 
Später auch Bögen der Blendarcaden oder Gewölbrippen 
durch solche Ringe theilte. 
Der Neigung zu gebrochenen Linien musste dann auch 
die Polygongestalt im Grundrisse einzelner Theile zu- 
sagen. An Thürmen finden wir sie schon im Kloster 
Laach, an Kuppeln wurde man leicht auf das Achteck ge- 
führt, bald aber begann man auch die Concha des Chores 
in gleicher Weise zu theilen. Besonders seit dem Anfange 
des dreizehnten Jahrhunderts wurden solche polygonen 
Anlagen häufiger, bei denen man dann an Thürmen und 
Kuppeln und zuweilen auch an Conchen, jeder Polygon- 
seite einen eigenen spitzen Giebel gab, dem sich das Dach 
anfügte. Die Anlage polygonef Conchen führte aber auch 
zu tiefer einwirkenden Neuerungen. Sie konnten nämlich 
nicht füglich mit einer einfachen Halbkuppel, wie bisher 
bei halbkreisförmigen Nischen, gedeckt werden, erforderten 
vielmehr ein gebrochenes, aus einzelnen Fehlern zusam- 
mengesetztes und deshalb durch Rippen zu verstärkendes 
Gewölbe, und endlich, um diesen Rippen VViderstand zu 
geben, eine Verstärkung der Wandecken durch Streb e- 
pfeiler. So kamen denn hier diese Wichtigen Bestand- 
theile des gothischen Styls in Folge der Polygonanlage in 
Aufnahme. 
Während diese Gebäude im Ganzen genommen durch 
Anordnung und Reichthum des Schmuckes anziehen, zeugt 
die Ausführung im Einzelnen keinesweges von dem feinen 
Stylgefühl, welches die sächsischen Bauten auszeichnet. 
Die Behandlung ist meist überwiegend derb und auf die 
Ferne berechnet, die Ausstattung oft überladen oder spröde,
        

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