Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-956130
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Gewölbebauten 
bei 
Braunschweig. 
dem Frankenberge 3) und die Marktkirche St. Cosmae 
und Damiani in Goslar schliessen sich noch näher an 
die braunschweigischen Kirchen an, doch hat die Wölbung 
hier schon Quergurten neben einfachen Diagonalgräten. In 
reicherer Ausbildung zeigt sich dasselbe System an der 
Kirche des Klosters Neuwerk daselbst. Auch hier ruht 
das Gewölbe auf viereckigen, von Ecksäulen eingefassten 
Pfeilern, allein es hat schon durchweg Quer- und Diago- 
Ilaifippßll, jene wiederum rund, diese spitzbogig. Diese 
Quergurten werden aber von einer dem Pfeiler vorgelegten 
starken Halbsäulengruppe getragen, welche zum Theil 
höchst phantastisch gebildet ist. Die Anordnung der Fen- 
ster ist noch dieselbe wie am Dome zu Braunschweig, 
auch ist im Innern noch wie dort das bei der Anlage von 
Gurtträgeril nicht ganz angemessene, über den Bogen fort- 
laufende Gesims aus dem älteren Style beibehalten. Das 
Aeussere der Chornische ist ungewöhnlich reich, in zwei 
Stockwerke und jedes wieder in fünf Arcaden getheilt, das 
obere, die Fenster enthaltende, mit freistehenden, kannellir- 
ten oder diamantirten Säulenstämmen und üppigem Blattwerk 
der Kapitäle, beide mit eleganten Rundbogenfriesen und 
kräftigen, nicht bloss schachbrettförmig, sondern auch in 
Strickgewinden und mit anderen Ornamenten gezierten Ge- 
simsen M). Die Kirche soll den historischen Nachrichten 
zufolge in den Jahren 1176 bis 1186 erbaut sein; die 
Ausschmückung des Chores, vielleicht auch die der Ge- 
wölbträger, wird indessen erst in den Anfang des drei- 
zehnten Jahrhunderts fallen 55'913]. 
1'] Sie wird 1108 als Pfarrkirche erwähnt, aber erst 1225 dem 
Kloster überwiesen. Der Chor ist friihgothisch und mag aus der Mitte 
des dreizehnten Jahrhunderts herstarnmen, die Zeit der Erbauung des 
Schiifes der Kirche ist nicht bekannt. 
H") Sehr ähnlich ist die Chemische der Kirche zu Hamersleben. 
w") Auf dem im Style des fünfzehnten Jahrhunderts gefertigten
        

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