Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952942
Einfluss 
der 
Araber. 
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ungläubigen Gegnern Anerkennung nicht versagen und 
mussten ihren Vorzügen nachstreben. Sehr tief War aber 
dennoch dieser Einfluss nicht, wir können ihm weder eine 
wesentliche Förderung, noch eine Hemmung der bereits 
begonnenen Entwickelung zuschreiben. Allerdings nahmen 
die im Orient geborenen Nachkommen der Kreuzfahrer, 
theils durch das Beispiel der Araber, theils durch das ver- 
führerische Klima bestimmt, orientalische Sitten an, aber 
die Erfahrung zeigte alsbald die Unvereinbarkeit (lerselben 
mit dem abendländischen Charakter; sie wurden weichlich, 
charaktersclnvach und hinterlistig, und waren den nach- 
folgenden Kreuzfahrern verhasst und verächtlich. Nur ein- 
zelne Aeusscrlichkeiten der Tracht und der häuslichen Be- 
quemlichkeit oder auch polizeiliche Einrichtungen ä?) gingen 
bleibend in das Abendland über, aber ohne tieferen Einfluss 
zu üben. Ebenso gestaltete es sich auf wissenschaftlichem 
Boden. In der Medicin, der Mathematik und andern Fach- 
Wissenschaften waren die Araber eine Zeitlang die Lehrer 
der Christen, aber die Scholastik, obgleich sie die arabi- 
schen Schriften nicht unbeachtet liess und durch sie mit 
einigen Werken griechischer Philosophen bekannter wurde, 
ging doch ihren selbstständigen VVeg. In der Poesie kön- 
nen wir den Umfang dieses Einflusses sehr genau er- 
messen. Die ritterlichen Dichter sind keinesweges intole- 
rant, sie nehmen nicht Anstand einzelne Heiden in ehren- 
werther Gestalt auftreten 
Gnomen und Elfen der 
Zauberer ein, sie haben 
zu lassen, sie mischen statt der 
nordischen Fabehvelt Feen und 
endlich den schlichten, strengen 
 S0 waren z. B. die Araber die Erfinder des Passwesens, das 
von ihnen auf die abendländischen Fürsten überging. Im Vertrage 
zwischen Richard Löwenherz und Saladin wurde namentlich bestimmt, 
dass nur solche Pilger in Jerusalem zugelassen werden sollten, welche 
Briefe des Königs oder seines Stellvertreters bei sich führten (qui suas 
literas haberent vel comitis Henrici].
        

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