Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955980
Die 
Schottenkirche 
in 
Regensburg. 
319 
Conchen geschlossen, auf der Westseite mit einem Vorbau, 
dessen oberes Stockwerk sich als Lege nach dem Inneren 
der Kirche öffnet. Das Mittelschiff hat eine Balkendecke, 
die Seitenschiife sind mit einfachen Kreuzgewölben ver- 
Sehen, auf denen eine Empore ruhet. Allein schon die 
Sehr schlanke Bildung der Säulen und die hochstrebenden 
Verhältnisse der ganzen Anlage unterscheiden sie von den 
Bauten der vorigen Epoche. Auch sind die Kapitäle an- 
ders gestaltet, niedriger, würfelartig oder ausgekehlt, aber 
mit einem wulst-igen Aufsatze versehen, reich geschmückt 
mit Blattwerk, Ketten, Schuppen, Rankengewiilden, mit 
menschlichen und thierischen Gestalten. Die Basis hat statt 
des Eckblattes 'l'hierköpfe. Ihren grossen Ruf verdankt 
die Kirche indessen nicht diesen inneren 'l'heile1i, sondern 
den phantastischen Sculpturen des Portals und seiner Um- 
gebungen. In plastischer Beziehung werde ich von ihnen 
Weiter unten sprechen, aber auch die architektonische An- 
ordnung ist sehr auffallend. Das Portal selbst hat eine 
reiche, aber gewöhnliche Form, drei Säulen mit verzierten 
Stämmen zwischen ausgekehlten Ecken, durch eine grosse 
Zahl rund proiilirter Archivolten verbunden, das Bogenfeld 
mit Sculptur in hergebrachter Weise. Am Fusse der Ar- 
chivolten sind hier, was sich auch in Freiberg findet, kleine 
Löwen gestellt. Dies Portal ist aber nur ein Theil einer 
grossen Facadenarchitektur, wie sie sonst in Deutschland 
nicht vorkommt. Zwischen den strebepfeilerartig vortre- 
tenden Ecklisenen der Facade und den Ecken des Portals 
wird nämlich auf jeder Seite desselben ein geräumiges Feld 
gebildet, welches oberhalb von je drei muschelähnlich ver- 
zierten Rundbögen unter einem den Deckplatten der Portal- 
säulen entsprechenden Gesimse begränzt wird , und auf 
welchem gleichsam freischwebenil Menschen und thierische 
Ungeheuer in wunderlichster Zusammenstellung ausgemeis-
        

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